
Am ersten Septemberwochenende wurde die Kunst & Musik Etage in Hannover zum Schauplatz eines außergewöhnlichen Kunsterlebnisses. Unter dem Titel „Ja, dann ist das so!“ lud der Burgdorfer Künstler Lars Schumacher zu einer interdisziplinären Ausstellung ein, die persönliche Erinnerungen, künstlerische Haltung und internationale Avantgarde miteinander verband. Im Rahmen des ZINNOBER Kunstfestivals zeigte die Ausstellung, wie Kunst Räume öffnen kann – für Dialog, Beteiligung und Haltung.
Zentraler Impulsgeber der Schau war das Werk von Ute Rönnpag-Lohmeyer, deren Arbeiten posthum im Zentrum standen. Ihre künstlerische Sprache – farbintensiv, tiefgründig und gesellschaftlich reflektierend – verlieh dem titelgebenden Satz eine besondere Bedeutung: „Ja, dann ist das so!“ wurde zum Leitsatz der Ausstellung, als Ausdruck von Akzeptanz, aber auch von Selbstbestimmung und künstlerischem Bewusstsein.
Kuratiert wurde das Projekt von Lars Schumacher, der ebenfalls mit eigenen Arbeiten vertreten war. Seine poetischen Installationen und klanglich-räumlichen Setzungen luden die Besucherinnen und Besucher zur aktiven Auseinandersetzung mit Raum, Sprache und Zufall ein. Ergänzt wurde die Ausstellung durch Werke von Ulrich Rainald Hoffmann, die das Verhältnis von Bild und Sprache in den Fokus rückten.
Besonders eindrucksvoll war die Präsentation des Projekts Fluxus 2025, das Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt miteinander verband. Unter anderem beteiligten sich Größen wie Ai Weiwei, John M. Bennett und Luc Fierens mit Arbeiten, die nicht nur gezeigt, sondern als lebendige Teilhabe erfahrbar wurden. Besucherinnen und Besucher waren eingeladen, selbst Werke auszuwählen und zu kuratieren – diese Auswahl wird später in Berlin präsentiert.
Susanne Schumacher, ebenfalls aus dem Altkreis Burgdorf stammend, bereicherte das Wochenende mit einem performativen Vortrag zum Thema Fluxus, während Claudia Wilholt Atelierführungen anbot. Diese Beiträge machten die Ausstellung zu einem multisensorischen Erlebnis, das weit über klassische Ausstellungsformate hinausging.
Die lokale Verwurzelung war dabei kein Randaspekt, sondern Teil des künstlerischen Konzepts. Viele Gäste reisten aus dem Altkreis Burgdorf an und folgten der Einladung in die Vahrenwalder Straße 213, wo sich die Kunst & Musik Etage längst als Ort für zeitgenössische Kunst etabliert hat. Über 140 Besucherinnen und Besucher zählte die Veranstaltung – ein deutliches Zeichen für die Strahlkraft dieses offenen, dialogorientierten Kunstraums.
Die Ausstellung „Ja, dann ist das so!“ zeigte nicht nur Kunst, sie schuf einen Raum, in dem Erinnerung, Haltung und kollektives Gestalten aufeinandertreffen konnten – lebendig, offen und voller Impulse.


















