
Die Diskussion über mögliche Tempo-30-Regelungen auf Burgdorfs Hauptverkehrsstraßen bekommt weiteren Zuspruch. Nachdem die Gruppe aus SPD und Bündnis 90/Die Grünen im Rat der Stadt Burgdorf einen Antrag eingebracht hat (der AltkreisBlitz berichtete), der die Einführung eines einheitlichen Tempolimits auf mehreren zentralen Verkehrsachsen prüfen lassen soll, meldet sich nun auch die Ratsfraktion WGS FreieBurgdorfer zu Wort. Sie fordert, den Prüfauftrag deutlich zu erweitern.
In einem Schreiben an Bürgermeister Armin Pollehn und den Rat erinnert die WGS daran, dass sie bereits 2019 einen Vorstoß zur Einführung einer zumindest temporären Tempo-30-Zone in der Straße Vor dem Celler Tor unternommen hat. Damals begründete die Fraktion ihr Anliegen mit der Nähe zu Schulen, zur DRK-Tagespflege und zum Seniorenwohnheim. Rückmeldungen der zuständigen Straßen- und Verkehrsbehörden stehen, wie die Fraktion betont, bis heute aus. Zwar seien einzelne Maßnahmen umgesetzt worden, vieles sei aber im Verwaltungsprozess stecken geblieben.
Vor diesem Hintergrund begrüßt die WGS FreieBurgdorfer grundsätzlich den Ansatz der Gruppe von SPD und Grünen. Man sei gespannt, ob der Vorstoß zu konkreten Verbesserungen führe. Gleichzeitig kritisiert die Fraktion, dass in Ehlershausen eine Tempo-30-Anregung an die Region weitergegeben wurde, ohne den Rat einzubeziehen. Dies sei besonders unverständlich, da die Fraktion sich seit Jahren dafür einsetzt, dass die innerörtlich verlaufende Straße durch Sorgensen und Dachtmissen dauerhaft als Tempo-30-Zone ausgewiesen wird.
Die Fraktion beantragt deshalb, den von SPD und Grünen vorgelegten Prüfauftrag so zu ergänzen, dass auch die Uetzer Straße sowie die durch Sorgensen und Dachtmissen führende Durchgangsstraße mit in die Untersuchungen aufgenommen werden. Darüber hinaus regt sie an, im Zuge der Beratungen ebenfalls über die Bahnhofsstraße und die Theodorstraße sowie über den Ostlandring nachzudenken, die als Verlängerung der Gartenstraße ebenfalls eine Rolle im Verkehrsfluss spielten.
Neben dem Tempolimit weist die Fraktion auf einen weiteren offenen Punkt hin. Sie erinnert an den vom Verwaltungsausschuss beschlossenen gemeinsamen Antrag von SPD, Grünen und WGS zur Einrichtung einer Ampel in Sorgensen. Hier habe man seit längerer Zeit keine Informationen mehr erhalten. Die Fraktion fordert die Verwaltung auf, den Sachstand darzulegen und das Thema erneut aufzugreifen.
Der ursprüngliche Antrag der SPD- und Grünen-Fraktionen sieht vor, auf mehreren Hauptverkehrsstraßen Tempo 30 zu prüfen. Betroffen wären unter anderem die Achsen Vor dem Celler Tor und Kleiner Brückendamm, die Sorgenser Straße, die Schillerslager Straße zwischen den Ortseingängen sowie Gartenstraße, Immenser Straße und die Ortsdurchfahrt Heeßel. Die Antragsteller argumentieren, dass der Gesetzgeber den Kommunen inzwischen erweiterte Möglichkeiten einräumt, Tempo 30 auch auf Hauptverkehrsstraßen anzuordnen. Eine einheitliche Regelung könne die Übersichtlichkeit erhöhen, die Verkehrssicherheit verbessern und zu mehr Lärm-, Luft- und Klimaschutz beitragen.
Der Antrag von SPD und Grünen ist in den Ausschuss für Wirtschaft, Arbeit, Liegenschaften und Verkehr überwiesen worden. Dort wird nun zu klären sein, ob die von der WGS FreieBurgdorfer vorgeschlagenen Abschnitte in die Prüfung aufgenommen werden und welche Einschätzung die Verwaltung zu den einzelnen Straßen gibt.
