
Der Rat der Stadt Burgdorf hat im Rahmen seiner Sitzung am gestrigen Donnerstag, 11. Dezember, im Ratssaal des Burgdorfer Schlosses die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, Petra Pape, würdevoll verabschiedet. Nach 27 Amtsjahren geht sie zum 31. Dezember 2025 in den Ruhestand.
Armin Pollehn, Bürgermeister der Stadt Burgdorf, hatte in seiner Laudatio auf Petra Pape sprichwörtlich viel zu sagen. „Nicht nur nach außen, sondern auch nach innen, in der Verwaltung, hat Petra Pape die Gleichstellung bewegt: bei Personalgewinnung, bei der Personalbindung, durch eigene Angebote beim Gesundheitsmanagement, durch aktives Zuhören, Ideen einbringen durch konkrete Fragen und nicht zuletzt durch aktive Mitarbeit in der Fachbereichskonferenz.“ Sie habe Räume geöffnet – für Frauen, für Sicherheit, für Sichtbarkeit. „Sie haben nicht nur über Gleichstellung gesprochen – Sie haben sie gelebt. Mit Haltung, mit Empathie und mit langem Atem.“ Lebender Gewaltprävention habe ihr ein weiterer Bereich besonders am Herzen gelegen: die politische Teilhabe von Frauen. „Mit dem Mentoringprogramm Frau.Macht.Demokratie, vom Land Niedersachsen gefördert und von Frau Pape mit hohem Engagement im Ostkreis begleitet, wurde ein Angebot geschaffen, das interessierten Frauen Mut macht, ihren Platz in der Kommunalpolitik zu finden. Viele Frauen wurden dadurch ermutigt, sich politisch zu engagieren. Was bleibt, ist Wirkung – langfristig, strukturell und persönlich.“ Ein weiteres wichtiges Element ihrer Arbeit sei der Arbeitskreis Frauen in Burgdorf. Gemeinsam mit engagierten Mitstreiterinnen habe sie ein starkes Netzwerk für die Rechte und die Sichtbarkeit von Frauen aufgebaut. Sichtbar geblieben seien unter anderem die Burgdorfer Straßennamen zu Ehren bedeutender Frauen und eine Ausstellungsbroschüre, die deren Lebensweg und Leistungen dokumentiere. „Das alles zeigt: Gleichstellung war für Petra Pape nie ein abstraktes Ziel, sondern gelebte Verantwortung – mitten in der Stadt, mitten im Alltag.“
Nach Armin Pollehn würdigten Petra Mundt, Gleichstellungsbeauftragte der Region Hannover, und Burgdorfs Ehrenratsfrau Christa Weilert-Penk das Wirken von Petra Pape.
Das Schlusswort im Sinne des Wortes sprach Petra Pape selbst. „Was hat sich in den Jahren alles geändert?“, fragte sie. „Die Akzeptanz – es ist heute einfacher zu arbeiten, es muss nicht mehr alles erkämpft werden. Es war schwierig, alte Strukturen in der Verwaltung aufzubrechen. Es gab kaum Beratungsmöglichkeiten. Die entscheidende Wende in der Verwaltung kam erst spät.“ Petra Pape dankte allen, die die Gleichstellungsarbeit unterstützen, „denn ohne sie wäre diese Arbeit nicht möglich gewesen.“ Alle im Saal Anwesenden erhoben sich von ihren Plätzen und applaudierten und sorgten damit für den würdevollen Abschied.









