Die von Transdev angekündigten Ausfälle bei der S-Bahn Hannover stoßen bei der SPD-Kandidatin für das Amt der Regionspräsidentin, Eva Bender, auf scharfe Kritik. Besonders betroffen sind die Linien S4, die bis mindestens Anfang Februar vollständig ausfällt, sowie die Linien S21 und S51, deren Betrieb sogar bis Ende März eingeschränkt bleibt. Für Berufstätige, Auszubildende und Schüler bedeutet dies längere Fahrzeiten, zusätzliche Umstiege und tägliche Unsicherheit im Alltag.
„So sieht kein verlässlicher Nahverkehr aus. Wer sich bewusst für Bus und Bahn entscheidet, darf nicht dermaßen im Stich gelassen werden“, erklärt Eva Bender. Die aktuellen Zustände untergrüben das Vertrauen in die öffentliche Daseinsvorsorge erheblich. Notfahrpläne über Monate dürften nicht zur neuen Normalität werden, vielmehr müsse der Betreiber Transdev jetzt handeln.
Nach Auffassung Benders ist zunächst ein konsequent fahrgastorientiertes Krisenmanagement erforderlich. Der eingesetzte Schienenersatzverkehr müsse den Wegfall der S-Bahn tatsächlich auffangen und dürfe sich nicht auf ein Mindestangebot beschränken. Gerade zu Stoßzeiten seien ausreichende Kapazitäten notwendig. Ebenso fordert sie eine frühzeitige, verständliche und ehrliche Information der Fahrgäste über alle verfügbaren Kanäle. Fahrgäste müssten rechtzeitig wissen, welche Wege und Fahrzeiten auf sie zukommen, und dürften nicht erst am Bahnsteig mit Ausfällen konfrontiert werden. Zusätzlich sei eine verstärkte Betreuung an wichtigen Umstiegspunkten wie Langenhagen-Mitte und am Hauptbahnhof erforderlich, um Reisende bei Anschlüssen zu unterstützen.
Über die akute Situation hinaus sieht Eva Bender auch strukturellen Handlungsbedarf. Mittelfristig müssten die Werkstattkapazitäten, insbesondere in der OHE-Werkstatt in Celle, ausgebaut werden, um Wartungsarbeiten zu beschleunigen. Verzögerungen bei der Ersatzteilversorgung bis in das Frühjahr 2026 hinein bezeichnet sie als inakzeptabel. Transdev müsse hier deutlich aktiver werden und gegebenenfalls alternative Beschaffungswege nutzen.
Langfristig fordert die SPD-Kandidatin eine unabhängige Aufarbeitung der Ursachen. Es müsse geklärt werden, warum es zu dieser Situation kommen konnte und ob Wartungsintervalle, Ersatzteilbevorratung oder die Fahrzeugqualität eine Rolle gespielt haben. Parallel dazu müsse die Region Hannover ihre erfolgreiche ÖPNV-Entwicklung fortschreiben und ergänzende Angebote wie Mobilitätshubs und Radschnellwege weiter ausbauen, damit Fahrgäste echte Alternativen haben.
„Ein funktionierender Nahverkehr entscheidet darüber, ob Menschen pünktlich zur Arbeit kommen, ob Schüler ihre Schule erreichen und ob ältere Menschen mobil bleiben“, betont Eva Bender abschließend. Mobilität für alle sei kein Luxus, sondern eine Grundvoraussetzung für Teilhabe, soziale Gerechtigkeit und wirtschaftliche Entwicklung. Dafür trete sie bei der Kommunalwahl im September 2026 als Kandidatin für das Amt der Regionspräsidentin an.
