Michael Fleischmann kandidiert erneut für das Bürgermeisteramt in Burgdorf

Ratsherr Michael Fleischmann tritt erneut für das Bürgermeisteramt an.

Der parteiunabhängige Ratsherr Michael Fleischmann tritt bei der Bürgermeisterwahl am Sonntag, 13. September 2026, erneut an. Es ist nach eigenen Angaben seine letzte Kandidatur für das Amt des Bürgermeisters. Fleischmann begründet seine Entscheidung mit einer tiefen Verbundenheit zur Stadt Burgdorf, in der er aufgewachsen ist, lebt und arbeitet. Er wolle nicht länger hinnehmen, dass politische Fehlentscheidungen im Rathaus die Zukunft kommender Generationen belasten.

Burgdorf stehe vor großen Herausforderungen, erklärte Fleischmann. Im Mittelpunkt seiner Kandidatur stünden drei zentrale Themen: die angespannte Finanzlage der Stadt, bezahlbarer Wohnraum sowie die Schaffung eines offiziellen Badesees. Als größte Belastung für die Zukunft Burgdorfs bezeichnet er den stark gestiegenen Schuldenstand. Besonders kritisch sieht Fleischmann den Neubau der Integrierten Gesamtschule, dessen Kosten sich nach seinen Angaben auf rund 70 Millionen Euro belaufen und vollständig kreditfinanziert seien. Die Stadt habe sich damit finanziell übernommen. Er erinnert daran, dass er als einziger Ratsherr gegen dieses Projekt gestimmt habe und damals vor den Folgen gewarnt worden sei. Innerhalb eines Jahres sei der Schuldenstand für Investitionen von 136 Millionen auf knapp 156 Millionen Euro gestiegen. Die Stadt müsse inzwischen neue Kredite aufnehmen, um Zinsen und Tilgungen bestehender Schulden zu bedienen.

Fleischmann kündigt an, im Falle seiner Wahl einen umfassenden Kassensturz im Rathaus vorzunehmen und Pflichtaufgaben konsequent vor Wunschprojekten zu priorisieren. Um die Einnahmen der Stadt zu erhöhen, wolle er die Ausweisung von Gewerbeflächen beschleunigen. Die steigende Grundsteuer, höhere Gebühren und ein gleichzeitiger Rückgang städtischer Leistungen belasteten die Bürger zunehmend. Während Mittel in Prestigeprojekte flössen, würden Infrastruktur, Feuerwehren, Straßen und Sporthallen vernachlässigt. Als Beispiel nennt er den Zustand der Gudrun-Pausewang-Grundschule in der Südstadt.

Ein weiteres zentrales Anliegen ist für Fleischmann der bezahlbare Wohnraum. Er kritisiert, dass in den vergangenen Jahren vor allem teure Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen entstanden seien, während preisgünstige Angebote fehlten. Zwar sei inzwischen in der Kernstadt eine Quote von 25 Prozent preisgebundenem Wohnraum erreicht, dies reiche jedoch nicht aus. Fleischmann setzt sich dafür ein, diese Quote in der Kernstadt auf 30 Prozent anzuheben und auch in den Ortsteilen konsequent umzusetzen. Bezahlbares Wohnen auf dem Land funktioniere aus seiner Sicht nur mit einer leistungsfähigen öffentlichen Infrastruktur, weshalb er sich für den Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs sowie von Radwegen einsetzen will.

Als drittes Schwerpunktthema nennt Fleischmann die fehlende Möglichkeit zum legalen Baden in Burgdorf. Derzeit würden insbesondere junge Menschen kriminalisiert, wenn sie sich an heißen Tagen in der Natur abkühlen wollten. Fleischmann spricht sich für eine Lösung statt weiterer Verbote aus und fordert einen eigenen, attraktiven Badesee für die Stadt. Sollte es im Rat Verzögerungen geben, wolle er als Bürgermeister die Entscheidungsprozesse aktiv vorantreiben.

Darüber hinaus kündigt Fleischmann an, den Neubau der nicht mehr sanierungsfähigen Gudrun-Pausewang-Grundschule über ein Investorenmodell zu realisieren, um neue Kredite zu vermeiden. Er lehnt den Bau mehrerer großer Windkraftanlagen bei Ahrbeck ab und verweist auf die bereits bestehende Belastung durch die geplante 380-Kilovolt-Stromtrasse. Beim gesperrten Bahnübergang in Ahrbeck will er das Eisenbahnbundesamt einschalten, um eine zeitnahe Wiederinbetriebnahme zu erreichen. Zudem spricht er sich für mehr Transparenz im Rathaus, eine stärkere Berücksichtigung des Radverkehrs, den Schutz von Trinkwasserschutzzonen sowie ein Nachtflugverbot für den Flughafen Langenhagen zwischen 22 Uhr und 6 Uhr aus.

Michael Fleischmann betont abschließend, ein Bürgermeister müsse nicht nur verwalten, sondern aktiv gestalten. Er wolle für eine Politik stehen, die rechne, bevor sie baue, soziale Verantwortung übernehme und Burgdorf für alle Generationen lebenswerter mache.

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