
Im Ausschuss für Wirtschaft, Arbeit, Liegenschaften und Verkehr ist am gestrigen Donnerstag, 22. Januar 2026, im Ratssaal des Burgdorfer Schlosses über die Verkehrssituation im Brüder-Grimm-Weg in Burgdorf beraten worden. Die Verwaltung erklärte, dass der Bereich rechtlich derzeit gar nicht als verkehrsberuhigter Bereich gilt und nun zwei Varianten auf dem Tisch liegen.
Zwei Varianten und eine Kostenfrage
Die Verwaltung machte deutlich, dass der Brüder-Grimm-Weg „damals falsch ausgewiesen“ worden sei und auch der bauliche Zustand nicht zu den rechtlichen Anforderungen passe. Nach Darstellung der Verwaltung geht es dabei unter anderem um die Entsorgungssituation, weil Entsorgungsfahrzeuge bislang den Gehweg überfahren mussten und dies künftig nicht mehr erfolgen soll.
Zur Diskussion stehen zwei Wege: Entweder wird der Brüder-Grimm-Weg so umgebaut, dass der verkehrsberuhigte Bereich rechtssicher erhalten bleibt, oder die Straße wird in die bestehende Tempo-30-Zone integriert. Für den Umbau nennt die Verwaltung eine grobe Kostenschätzung von etwa 80.000 bis 100.000 Euro, während die Integration in die Tempo-30-Zone inklusive Beschilderung und Demarkierung der Parkplätze mit rund 6.000 Euro veranschlagt wird. 

Parkplätze, Beiträge und die Folgen für Anwohner
In der Sitzung wurde auch herausgestellt, dass selbst bei Tempo 30 das Parken entlang der Straße nicht mehr möglich wäre, weil die Fahrbahnbreite nicht ausreicht. Von rund 20 öffentlichen Stellplätzen ist die Rede, die bei der Tempo-30-Variante entfallen würden. Gleichzeitig stand die Frage im Raum, ob ein baulicher Umbau zu Anliegerbeiträgen führen könnte, was im Ausschuss ausdrücklich thematisiert wurde.
Björn Sund (SPD) sprach sich dafür aus, die Anwohner noch einmal direkt einzubinden, und regte eine Anwohnerversammlung an. Aus Sicht von Ariane Thieleking (CDU) spielt auch die Finanzierung eine Rolle, weil bei Tempo 30 die Stadt trage, während ein neuer Aufbau mit möglichen Anliegerbeiträgen verbunden sein könne. 75 Prozent der Kosten würden dann auf die Anwohner verteilt.
Anwohner warnen vor Verdrängung und Sicherheitsrisiken
Leo Reinke, der als Anwohner zu Wort kam, hob hervor, dass sich der verkehrsberuhigte Bereich „bewährt“ habe und für ihn ein geschützter Bereich sei. Er verwies auf die Wohnsituation mit Mehrfamilienhäusern und auf zusätzlichen Parkdruck, der nach seiner Darstellung durch neue Wohneinheiten gestiegen sei. Außerdem schilderte er eine Gefahrenlage besonders für ältere Menschen und Kinder, die sich im Bereich bewegen oder dort Rad fahren. Sein Appell lautete, die Folgen „sehr wohl abzuwägen“, statt eine Änderung „von heute auf morgen“ hinzunehmen.
Wie es weitergeht
Die Verwaltung erklärte, dass die Vorlage wegen der Haushaltslage zunächst nur im Ausschuss und anschließend im Verwaltungsausschuss behandelt werde und noch nicht abschließend im Rat. Hierzu müsse die Maßnahme zunächst im kommenden Haushalt eingeplant werden. In der Beschlussvorlage ist als nächster Schritt die Entscheidung im Verwaltungsausschuss am Dienstag, 27. Januar 2026, genannt.
Am Ende votierte der Ausschuss für eine Anliegerversammlung, um sich ein Bild über die Ansichten der Anwohner zu machen.
