
Im Ortsteil Sorgensen ist die geplante Fußgängerbedarfsampel im Kreuzungsbereich Hauptstraße, Plantagenweg und Schwarzer Berg erneut im Ausschuss für Wirtschaft, Arbeit, Liegenschaften und Verkehr am gestrigen Donnerstag, 22. Januar 2026, im Ratssaal des Burgdorfer Schlosses Thema gewesen. Rund 15 Einwohner aus Sorgensen, Weferlingsen und Dachtmissen machten dabei deutlich, dass es bei der Querung nicht um ein einzelnes Dorf gehe, sondern um eine Verbindung, die von drei Ortsteilen genutzt werde.
„Tempo 30 wäre uns ja schon geholfen“
Die Anwohner bedankten sich für die erneute Möglichkeit zur Aussprache und für die ausführliche Beantwortung ihrer Fragen. In der Diskussion wurde betont, dass die Dringlichkeit aus Sicht der Betroffenen hoch sei und die Querung vor allem für Schulkinder eine große Rolle spiele. Als kurzfristige Entlastung wurde der Wunsch formuliert: „Mit Tempo 30 wäre uns ja schon geholfen.“
Schulweg und Querungen als Kern des Problems
Aus dem Kreis der Anwohner wurde der Mühlenweg als Schulweg besonders hervorgehoben. Genannt wurde, dass es um „210 Kinder aus den drei Ortschaften“ gehe und damit um einen erheblichen Anteil der Bevölkerung, außerdem um jährlich wechselnde Jahrgänge, die auf weiterführende Schulen wechseln. Die Verwaltung widersprach der Einordnung, dass der Mühlenweg das Hauptproblem sei, und verwies stattdessen auf die Querung der Straße. Es sei eine Verkehrszählung durchgeführt worden, dabei seien 22 Querungen erfasst worden. Daher habe die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, die für die Landesstraße 311 zuständig ist, die Einrichtung eines Fußgängerüberweg oder die Errichtung einer Signalanlage abgelehnt. Die Verwaltung erklärte, es werde daran gearbeitet, „die Situation sicherer zu machen“.
Landesbehörde und der Blick auf Alternativen
Nach Angaben der Verwaltung erschwerte ein abgesagtes Vor-Ort-Gespräch mit der Landesverkehrsbehörde die weitere Abstimmung. In der Sitzung wurde auch über bauliche Alternativen gesprochen. Cord-Heinrich Schweer signalisierte Unterstützung dafür, das Thema nicht aus den Augen zu verlieren, und sprach in diesem Zusammenhang auch die Möglichkeit an, Unterstützung von Kali+Salz wegen der zu erwartenden zunehmenden Belastungen durch die Verfüllung des Bergwerks in Wathlingen in Anspruch zu nehmen.
Ortsvorsteher Fritz Harke erinnerte daran, dass die Straße vor dem Ausbau breiter gewesen sei und der Bürgersteig schmaler. Beim Ausbau sei unter anderem ein Radfahrgefährdungsstreifen geschaffen worden. Ein neues Schild, wonach Radfahrer nicht überholt werden dürfen, sei zwar „gut gemeint“, werde aber nach seiner Einschätzung „von keinem“ wahrgenommen und sei bei den meisten Verkehrsteilnehmern schlicht „nicht bekannt“.
Antrag: Querungshilfe prüfen und Vorschlag vorlegen
Lutz Wackermann (beratendes Mitglied) brachte als Ansatz eine Querungshilfe ins Gespräch und nannte dafür mehrere bauliche Möglichkeiten, die aus seiner Sicht die Situation für Fußgänger verbessern könnten. Die Verwaltung verwies darauf, es bereits Überlegungen gegeben habe, die Kurve auszuweiten, es aber von Seiten der Landesbehörde hieß, es sei alles im Normbereich.
Björn Sund (SPD) stellte in der Debatte einen mündlichen Antrag, wonach die Verwaltung einen Vorschlag für eine Querungshilfe unterbreiten solle. Ziel sei es, eine „sichere Querung der Straße“ zu erreichen, wenn Fußgängerüberweg und Signalanlage nicht in Frage kämen. Zugleich solle der Kontakt zur Landesbehörde gesucht werden, weil die Diskussion allein „in dieser Sache nicht weiter“ bringe. Dagmar Thöner (Bündnis 90/Die Grünen) begrüßte den Antrag ausdrücklich. Fritz Harke machte ergänzend deutlich, dass die Ortschaften aus seiner Sicht in der Verkehrsanbindung seit Jahren zurücklägen und Weferlingsen noch nicht einmal einen Geh- und Radweg nach Burgdorf habe.
Der mündliche Antrag wurde einstimmig angenommen. Die Verwaltung solle nun auf die Landesbehörde zugehen und mit den Vorschlägen zu einer tragfähigen Lösung kommen.
