
Zweiter gegen erster Tabellenplatz in der Nordstaffel der Handball A-Jugend Bundesliga lautete das Duell am vergangenen Sonntag, 25. Januar 2026, in der Heimspielstätte der Reckenschmiede.
Es war nichts für schwache Nerven. Ein Spiel auf Augenhöhe vor rund 150 Zuschauern. Die Kieler liefen mit mehreren Jugendnationalspielern auf. Allen voran Rasmus Ankermann, der sonst eigentlich bei den „großen“ Zebras spielt und auch dort schon einige Akzente in dieser Saison setzen konnte.
Es dauerte sechs Minuten bis Julius Pöthke zum 1:2 traf und damit den ersten Treffer der Burgdorfer erzielte. Der guten Burgdorfer Abwehr mit einem wieder einmal gut parierenden Torwart Luc Redlin war es zu verdanken, dass die Kieler nicht vorzeitig weiter in Führung gingen. Clemens Bertram erzielte in der 9. Minute die erste Führung zum 3:2 der Hausherren. Auf beiden Seiten reihten sich wechselweise technische Fehler und Fehlwürfe aneinander. Eine höhere Führung als mit zwei Toren konnte keine der beiden Mannschaften an diesem Tag generieren. Die Zebras, die sonst regelmäßig zwischen 34 und 45 Tore in dieser Saison geworfen haben, schienen von der TSV-Abwehr erstaunt zu sein. Mit 7:7 ging es in die Pause.
Im zweiten Durchgang ging zunächst der Gast in Führung. Beim Stand von 9:11 bekam Schlussmann Redlin eine Zeitstrafe (er drückte pantomimisch seinen Unmut über eine Strafwurf-Entscheidung zu Gunsten der Kieler aus). Für ihn kam Tobias Malz ins Tor, der den fälligen Siebenmeter von DHB-Auswahlspieler Kjell Suhr an die Latte „guckte“. Das war die größte Möglichkeit einmal mit drei Toren in Front zu gehen. Aber die Chance wurde vertan. Wenig später parierte Malz einen Wurf, während er von der Bank ins Tor zurückeilte auf unkonventionelle Art und Weise.
Im weiteren Verlauf führte mal Burgdorf, mal wieder Kiel mit zwei Toren und man glaubte eine Mannschaft würde sich jetzt doch mal absetzen. Das Drehbuch für diese Partie sah das jedoch nicht vor. Ab der 45. Minute funktionierte bei den Jungrecken das Kreisläuferspiel zunehmend mit Kjell Kothe, der fünf seiner sieben Tore in der Schlussviertelstunde erzielte. In der 58. Minute lag Burgdorf wieder mit einem Tor vorne und hätte per Siebenmeter auf plus zwei vorstellen können. Der bis dahin sichere 7-Meter Schütze Bendix Dietzsch verwarf allerdings und Kiel glich im Gegenzug aus (21:21).
Den folgenden Anwurf traf Kjell Kothe in Justus Fischer Manier direkt ins leere Tor der Kieler (der THW hatte in Unterzahl den Torwart rausgenommen). Rasmus Ankermann glich noch einmal für die Gäste zum 22:22 aus und ließ dabei seine Klasse aufblitzen. 21 Sekunden vor Schluss nahm TSV-Trainer Sven Hylmar die letzte Auszeit für Burgdorf. Finaler Angriff – das Unentschieden vermutlich sicher.
Moritz Edlich setzte sich zwei Sekunden vor Schluss auf der halbrechten Seite durch und wurde, für die Schiedsrichter 7-Meter würdig, gefoult. Simon Marotzke, der bis dahin keine Sekunde gespielt hatte, ging zum Strich und verwandelte eiskalt gegen Jugendnationaltorwart Tobias Dengler. Der anschließende Jubel kannte keine Grenzen.
Spitzenreiter geschlagen und jetzt selbst Spitzenreiter! „Den Einzug ins Viertelfinale um die deutsche Meisterschaft haben wir sicher. Jetzt geht es um die bestmögliche Ausgangsposition für die Duelle gegen die Kontrahenten aus der Südstaffel ab Ende März zu erreichen“, freute sich Hylmar.
Am kommenden Sonntag, 1. Februar 2026, um 15 Uhr geht es zum schweren Auswärtsspiel nach Flensburg. Eine Woche später, am 8. Februar 2026 zu Hause um 15 Uhr gegen die Füchse aus Berlin.
Es spielten und trafen für die TSV Burgdorf: L. Redlin, T. Malz; E. Heldermann, L. Fielitz (2/1), M. Edlich (1), B. Dietzsch (4/3), J. Schröder, O. Manfraß, K. Kothe (7), T. Unger, C. Bertram (2), J. Pöthke (6), H. Friedrichs, L. Herzberg, S. Marotzke (1/1).
