Jahresrückblick: Die Ortswehr Hülptingsen „ist unersetzlich für den Ort“

Hülptingsens Ortsbrandmeister Kenneth Brockmann (links) mit dem geehrten Kleiderwart Felix Zörner.
Foto: Georg Bosse

Am Tag der offiziellen Eröffnung der 25. Olympischen Winterspiele in Italien, dem gestrigen Freitag, 6. Februar 2026, trafen sich Hülptingsens freiwillige Feuerwehrkameraden zu ihrer obligaten Jahreshauptversammlung im mittlerweile „historischen“ Feuerwehrhaus. Mit „historisch“ hatte Ortsbrandmeister Kenneth Brockmann nicht nur das Alter der ehemaligen Dorfschule, sondern auch den unhygienischen Zustand der in den 1950er/1960er Jahren installierten Dusch- und Toilettenräume bezeichnet: „Nicht abschließbar und zu klein, um ein Handtuch aufhängen zu können. Für unsere zwei Kameradinnen ist das eine noch größere Zumutung.“

Feuerwehrunfallkasse und der Feuerwehrbedarfsplan hatten bereits 2019 und auch 2025 die Dringlichkeit eines Neubaus wegen der langen Mängelliste bestätigt. „Beim Duschen geht es auch insbesondere darum, nach Brand- und ABC-Einsätzen eine mögliche Kontaminationsverschleppung zu vermeiden. Derzeit gehen wir alle das Risiko ein, Giftstoffe am Körper mit nach Hause zu nehmen“, machte Brockmann deutlich. 

Burgdorfs Bürgermeister Armin Pollehn, der als Amtsträger auf Abschiedstour ist, weil er einer erneuten Kandidatur als Stadtoberhaupt eine Absage erteilt hat, wagte den Versuch einer Beschwichtigung: „Wie versprochen, hatten wir einen Runden Tisch zum Thema ‚„’Feuerwehrhaus’“‘. Gelder für die Planungen sind bereits eingestellt und ich bin zuversichtlich, einen strategisch richtigen Standort für den Neubau zu finden. Die Einsatzbereitschaft der Freiwilligen Ortswehr Hülptingsen ist unersetzlich für das Dorf, das Gewerbegebiet und die Burgdorfer Südstadt.“

Die Einsatzbereitschaft wird in Hülptingsen von 23 aktiven Kameraden gewährleistet. Hinzu kommen vier Alterskameraden und 12 passive Mitglieder.

Das Einsatzjahr 2025 bezeichnete Kenneth Brockmann als einen ruhigen Zeitraum ohne Katastrophenlage. Insgesamt rückten die Hülptingser zu 38 Einsätzen aus. Darunter 22 Brandalarmierungen, vier ABC-Einsätze und acht technische Hilfeleistungen. Zu den 13 Fehlalarmen, beispielsweise durch fehl ausgelöste Rauchmelder, sagte der Ortsbrandmeister schmunzelnd: „Moderne Technik zeichnet sich manchmal durch unnützen Mitteilungsdrang aus.“

61 Prozent der Einsätze fanden in der Burgdorfer Südstadt sowie 18 Prozent auf Hülptingser Gebiet statt.

Unter dem Strich sind im vergangenen Jahr 1.560 freiwillige Dienst- und Einsatzstunden zusammengekommen.

Für würdigende Grußworte traten die Feuerausschussvorsitzende Beate Neitzel (Dachtmissen), die für Brockmann ein edles württembergisches Tröpfchen mitgebracht hatte, der Vorsitzende des Ortsvereins Hülptingsen, Andreas Jürß, sowie der Ortsbrandmeister von Heeßel, Reinhard Nicks, ans Rednerpult. Als Zugführer des 5. Zuges der Regionsfeuerwehrbereitschaft IV warf Nicks einen Blick auf das kommende Regionszeltlager vom 3. bis 12. Juli 2026 in Bokeloh (Wunstorf), bei dem die Feuerwehrlogistiker rund 3.000 Teilnehmer zu versorgen haben.

Stadtbrandmeister Dennis-Frederik Heuer berichtete von einem „durchschnittlichen“ Jahr für die Burgdorfer Kernstadtfeuerwehr. Allerdings mit Mobilitätsbehinderungen durch die Durchfahrtsperre in Heeßel und Arbeiten an der B188.

Während Armin Pollehn seinen letzten offiziellen Besuch als Bürgermeister in Hülptingsen absolvierte, zeigte sich der stellvertretende Brandschutzabschnittsleiter Tim Hermann (Höver) bei seiner ersten Visite in Hülptingsen über die Anzahl der Einsätze ein wenig überrascht.

Jörg Neitzel ist der Zugführer des 38-köpfigen Historischen Löschzuges. „Wir feiern dieses Jahr 50. Jubiläum und haben dafür im kommenden September schon die Burgdorfer Gastronomie ‚Garfield‘ gebucht. Ferner haben wir mit der Übernahme des alten Dachtmisser Feuerwehrhauses eine neue Heimat für unsere geschichtsträchtigen Gerätschaften.“

Gegen Ende der Versammlung wurde Kleiderwart Felix Zörner für 25-jährige Feuerwehrmitgliedschaft geehrt. Tim Hermann verlas und überreichte ihm die entsprechenden Urkunden, Dennis-Frederik Heuer heftete Zörner das Ehrenabzeichen ans Revers und Armin Pollehn hatte für den 35-Jährigen einen Burgdorfer Gutschein mitgebracht. Dazu gab es von Kenneth Brockmann noch einen „süßen“ Geschenkkorb.

Viele fleißig geleistete Dienststunden werden in Hülptingsen intern ausgezeichnet: Leon Pröve (112,22 Stunden), Sören Dirla (151,63) und Sebastian Nagel (175,16) taten sich dabei besonders hervor. 

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