
Die Autotüren schlagen gegeneinander, wenn beide Fahrzeuge besetzt werden sollen. Helme stapeln sich in zwei Ebenen, weil kein Platz mehr ist. Eventuell kontaminierte Schutzkleidung wird mit nach Hause genommen. Bei einer Begehung des Feuerwehrhauses Ramlingen am heutigen Mittwoch, 19. Februar 2026, wurde dem Feuerwehrausschuss der Stadt Burgdorf drastisch vor Augen geführt: Das 53 Jahre alte Gebäude ist für 63 Einsatzkräfte, 16 Kinder und zehn Jugendliche viel zu klein.
Der Feuerwehrausschuss tagte ab 17 Uhr im Feuerwehrgerätehaus Ramlingen am Akazienweg 2. Die Ortsfeuerwehr Ramlingen-Ehlershausen unterhält auch noch ein Gebäude in Ehlershausen. 16 Zuschauer – alle aus den Reihen der Feuerwehr – verfolgten die Sitzung.
Gruppenführer Arne Asseburg führte in Begleitung von Ortsbrandmeister Heinrich Könecke die Mandatsträger und Gäste rund 15 Minuten lang durch die beengten Räume.
Fahrzeuge: Einsteigen nur außerhalb möglich
In der Fahrzeughalle stehen zu diesem Zeitpunkt ein Tanklöschfahrzeug und der neueste Zugang der Ortswehr: ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug 10, das im November 2022 in Dienst gestellt wurde und den zugewiesenen Stellplatz bis auf weniger Raum vorne, hinten und oben fast voll ausfüllt. Der Mannschaftstransportwagen ist derzeit nicht da – er ist in Schillerslage stationiert, da dort das Fahrzeug abgängig ist.
Arne Asseburg wies auf die neuen Tore hin, die noch vor Weihnachten eingebaut worden waren. Die alten Holztore mussten aufgrund von Auflagen ersetzt werden. „Es werden die Mängel abgearbeitet“, so Asseburg. Abgeschlossen sei dies jedoch noch nicht. An der Elektroinstallation sind noch Arbeiten offen.

Dann kam die dramatische Vorführung: Das Einsteigen für die Einsatzkräfte im Gebäude ist nicht möglich, da die Türen der beiden Fahrzeuge sonst bei rund 45 Grad Öffnungswinkel gegeneinander schlagen würden. Die Fahrzeuge müssen also zunächst auf den Hof gefahren werden.
Wenn das Tanklöschfahrzeug besetzt werden soll, kollidiert dies jedoch mit dem Anlaufweg der eintreffenden Einsatzkräfte inklusive deren Parkplätze, die dann durch das Löschfahrzeug blockiert würden.
Umkleiden: Helme in zwei Ebenen, Kleidung wird nach Hause genommen
Die Wehr hat rund 63 Einsatzkräfte, davon acht Frauen, verteilt auf die Standorte Ramlingen und Ehlershausen. Am Standort Ramlingen gibt es eine Umkleide für etwa 40 Einsatzkräfte.
„Die Helme sind schon in zwei Ebenen gelagert“, so Arne Asseburg. Für die Kleidung ist für die ehrenamtlichen Einsatzkräfte dann nicht genügend Platz, auch wenn mittlerweile mitten im Raum auch noch ein Umkleide-Gestell steht, wie man es aus Turnhallen kennt.
„Weil hier kein Platz ist, werden die Klamotten auch mit nach Hause genommen“, weiß Arne Asseburg. „Das ist allerdings nicht so gut hinsichtlich einer möglichen Kontaminationsverschleppung.“
Auch die 16 Mitglieder in der Kinderfeuerwehr und etwa 10 Mitglieder in der Jugendfeuerwehr haben nicht genügend Platz und ärgern sich über den geringen Raum. Auch hier ist Handlungsbedarf angezeigt – auch vor dem Hintergrund warmer Worte bei Jahreshauptversammlungen, dass die Nachwuchsabteilungen unverzichtbar sind für den Zukunftsbestand der Ortsfeuerwehren.

Gebäude aus 1973: Fehlende Schwarz-Weiß-Trennung
Begehungen hätten in der Vergangenheit durch die Feuerwehrunfallkasse und auch im Rahmen des Feuerwehrbedarfsplans stattgefunden. Fehlender Platz an allen Ecken sowie Mängel wie die fehlende Schwarz-Weiß-Trennung prägen das nunmehr 53 Jahre alte Gebäude, das 1973 erbaut wurde. Damals gab es nur zunächst nur ein Feuerwehrgerätehaus mit drei Toren und das Obergeschoss mit wenigen Räumen. 1998 wurde links an das Gebäude angebaut, um Umkleiden mit Dusche und Toilette sowie einen Jugendraum, eine kleine Kleiderkammer, eine Werkstatt und einen kleinen Lagerraum zu schaffen. Doch auch diese Erweiterung ist längst zu klein geworden.
Die Schwarz-Weiß-Trennung – getrennte Bereiche für kontaminierte Schutzkleidung und saubere Bereiche – fehlt komplett. Dies ist ein erheblicher Mangel im Hinblick auf den Gesundheitsschutz der Einsatzkräfte. Auch der fehlende Platz an den Fahrzeugen stellt ein nicht geringes Unfallrisiko dar.
Neubau in Projektplanung – aber ohne Zeitrahmen
Nicht ohne Grund steht in der Projektplanung aller städtischen Investitionen ein Neubau für die Freiwillige Feuerwehr Ramlingen-Ehlershausen. Konkrete Pläne, Zeitrahmen oder Kosten gibt es bisher nicht. Auch ist noch nicht entschieden, ob beide Standorte (Ramlingen und Ehlershausen) erhalten bleiben oder ein zentraler Neubau entsteht.
Bei der anschließenden Aussprache meldete sich lediglich Andrea Buhndorf (SPD): „Unten mit den Türen, das war ja sehr eindrucksvoll – dass die Türen so nicht aufgehen. Das ist ein beengter Zustand, und es ist klar, dass das ein oder andere gemacht werden muss.“


