Ausschuss beschließt neue Förderrichtlinie für die Jugendarbeit

Die Ausschussmitglieder informierten sich heute über die Soziale Gruppe "Die Wölfe".
Foto: Bastian Kroll

Der Ausschuss für Jugendhilfe und Familie hat am heutigen Donnerstag, 26. Februar 2026, der Neufassung der Förderrichtlinie zur Jugendarbeit der Stadt Burgdorf zugestimmt. Abschließend wird der Rat der Stadt Burgdorf hierüber entscheiden. Die Sitzung begann mit einer Begehung der Sozialen Gruppe „Die Wölfe“ in der Hannoverschen Neustadt und wurde anschließend in der Aula der Ingo-Siegner-Grundschule fortgesetzt.

Die Soziale Gruppe „Die Wölfe“ war vor drei Jahren geschlossen worden, nachdem das Gebäude in der Schillerslager Straße baulich nicht mehr nutzbar war. Im Februar 2025 konnten nun neue Räume in der Hannoverschen Neustadt bezogen und die Arbeit wieder aufgenommen werden. Derzeit werden vier Kinder betreut, vorgesehen ist eine Sollstärke von sechs Plätzen. Die Kinder kommen gegen 12 oder 13 Uhr nach Schulschluss und bleiben bis 17 Uhr. Zum Angebot gehören ein gemeinsames Mittagessen, Hausaufgabenbetreuung und strukturierte Freizeitangebote.

Die Einrichtung ist beim Jugendamt angesiedelt und arbeitet eng mit dem Sozialen Dienst zusammen. Ziel ist es, Kindern mit besonderem Unterstützungsbedarf eine verlässliche Alltagsstruktur zu vermitteln und sie individuell zu fördern. Ein zentraler Bestandteil ist die Elternarbeit. Durch Gespräche, Beratung und verbindliche Absprachen sollen auch die Erziehungsbedingungen im familiären Umfeld langfristig gestärkt werden. Die Soziale Gruppe wurde 1998 eingerichtet, um stationäre Hilfen möglichst zu vermeiden und Kinder im Idealfall in ihren Familien zu stabilisieren.

In der der Besichtigung anschließenden Sitzung stand ausschließlich die Anpassung der Förderrichtlinie im Mittelpunkt. Die bisherige Richtlinie stammte aus dem Jahr 2018 und wurde zuletzt 2019 in Kraft gesetzt. Angesichts gestiegener Kosten sei eine Überarbeitung der Fördersätze erforderlich geworden, heißt es in der Verwaltungsvorlage. Durch die Anpassung werden künftig zusätzliche Haushaltsmittel von bis zu 7.250 Euro benötigt.

Der Haushaltsansatz lag 2025 bei 25.000 Euro, in den vergangenen vier Jahren wurden im Durchschnitt rund 26.400 Euro pro Jahr für die Förderung aufgewendet  . Die Richtlinie regelt unter anderem Zuschüsse für Jugendfahrten und -lager, offene Ferienmaßnahmen, „Ferien am Ort“, internationale Jugendarbeit sowie Investitionen und laufende Kosten von Jugendgruppen und Vereinen.

Mit der Neufassung werden insbesondere die Fördersätze angehoben. So steigen etwa Zuschüsse für Ferienangebote und internationale Begegnungen pro Tag und teilnehmender Person deutlich an. Die neue Richtlinie wurde vom Ausschuss mit einer Enthaltung angenommen und soll nach dem Ratsbeschluss zum 1. Januar 2027 in Kraft treten.

Thomas Wortmann von der CDU leitete die Sitzung als stellvertretender Vorsitzender für die verhinderte Vorsitzende Christiane Gersemann. Er betonte, dass er aus der vorherigen Begehung wichtige Eindrücke mitgenommen habe. Birgit Meinig von der SPD zeigte sich erleichtert darüber, dass nach längerer Suche eine passende Lösung gefunden worden sei. Es sei unstrittig, dass es für Kinder und Jugendliche, die es nicht leicht hätten, entsprechende Angebote brauche. Präventive Arbeit sei wichtig, sie dankte allen Beteiligten und Kollegen für ihr Engagement. Das Projekt habe sich aus baulichen Gründen lange hingezogen und sei drei Jahre nicht nutzbar gewesen, nun sehe sie darin eine gute Entwicklung.

Die Fraktion WGS FreieBurgdorfer hatte einen Antrag zur Anpassung der Förderrichtlinie eingebracht. Michael Kugel erklärte, man habe die Neufassung angestoßen. In der Diskussion wurde auch der Zeitpunkt des Inkrafttretens thematisiert. Während zunächst ein Start zum 1. Januar 2026 im Raum stand, sieht die Verwaltungsvorlage den 1. Januar 2027 vor. Birgit Meinig bezeichnete dies als unkritisch, da die Förderanträge für das laufende Jahr bereits gestellt worden seien. Stadtjugendpfleger Horst Gohla machte darauf aufmerksam, dass die höheren Kosten im aktuellen Haushalt noch nicht berücksichtigt seien und eine entsprechende Erhöhung mit dem Haushalt beschlossen werden müsse. Auch Beate Neitzel von der CDU signalisierte Zustimmung.

In der abschließenden Abstimmung wurde die Änderung mehrheitlich angenommen. Damit erhält die Jugendarbeit in Burgdorf ab 2027 eine angepasste finanzielle Grundlage.

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