Stolpersteine gereinigt: Schüler setzen Zeichen des Erinnerns

Im Rahmen des Deutschunterrichts im beruflichen Gymnasium der BBS Burgdorf haben Schüler des 13. Jahrgangs eine besondere Aktion durchgeführt. Gemeinsam mit ihrem Leistungskurs reinigten sie Stolpersteine in Burgdorf und setzten damit ein stilles Zeichen des Erinnerns und der Verantwortung.

Zuvor hatten sich die Schüler im Unterricht mit dem Roman „Treppe aus Papier“ von Henrik Szántó beschäftigt. In dem Buch wird unter anderem das Schicksal der jüdischen Familie Sternheim während der NS-Zeit geschildert. Bei der anschließenden Recherche zu den Stolpersteinen in Burgdorf stellten die Schüler fest, dass sich die Handlung des Romans in Teilen mit realen Ereignissen in der Stadt verbinden lässt. So wurde deutlich, dass das, was der fiktiven Familie im Roman widerfährt, der realen Familie Moosberg in Burgdorf tatsächlich passiert ist. Emilie Neuhaus und Clara Palmbaum gehörten zu dieser Familie.

Für viele der Schüler war diese Erkenntnis ein besonders bewegender Moment. Die Geschichte aus der Literatur wurde dadurch greifbar und die Vergangenheit unmittelbar spürbar. Zugleich zeigte sich, wie stark historische Ereignisse bis in die Gegenwart hineinwirken und wie wichtig eine aktive Erinnerungskultur ist.

Die Aktion verdeutlicht nach Darstellung der Schule, dass Unterricht im beruflichen Gymnasium mehr sein kann als reine Wissensvermittlung. Solche Projekte sollen Räume schaffen, in denen junge Menschen Verantwortung übernehmen, Perspektiven entwickeln und gesellschaftliches Engagement erfahren können.

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