Fahrradstraße zur IGS: Alle Fraktionen für Projektstopp

Fast zwei Jahre nach dem ersten Beschluss, die Möglichkeit einer Fahrradstraße im Bereich Wasserwerksweg und Blücherstraße zu prüfen, ist das Projekt nun Geschichte: Im Ausschuss für Wirtschaft, Arbeit, Liegenschaften und Verkehr sprachen sich am heutigen Donnerstag, 12. März 2026, alle Fraktionen dafür aus, es nicht weiterzuverfolgen. Ausschussvorsitzender Hartmut Braun (Bündnis 90/Die Grünen) fasste die Lage knapp zusammen: „Großer Aufwand für keinen so großen Nutzen.“

Die Polizei hatte im betreffenden Bereich keine besondere Gefahrenlage festgestellt. Dirk Bierkamp (WGS FreieBurgdorfer) begründete seine Haltung damit, dass die Fahrradstraße zu spät komme – die Radfahrer hätten sich längst eigene Wege gesucht. Ariane Thieleking schloss sich im Namen der CDU-Fraktion an. Dagmar Thöner (Bündnis 90/Die Grünen) betonte, man sei grundsätzlich für Fahrradstraßen und entsprechende Initiativen, befürworte in diesem konkreten Fall aber ebenfalls die Einstellung. Björn Sund (SPD) und Mario Gawlik (Freigeist Burgdorf) stimmten zu.

Vor dem Celler Tor: Radweg fehlt

Statt des eingestellten Projekts rückte die Straße Vor dem Celler Tor in den Fokus. Sund gab zu bedenken, dass dort zwar ein Weg für Radfahrer freigegeben sei, aber kein explizit ausgewiesener Radweg existiere. „Mir geht es um den Sicherheitsaspekt – alle sollen sicher zur Schule kommen, ohne andere zu gefährden“, betonte er. Gawlik schloss sich an: Die Schüler suchten sich stets den kürzesten Weg. Er plädierte für bauliche Maßnahmen, um das Konfliktpotenzial an der Strecke zu reduzieren. Die Verwaltung erklärte, dass eine formale Ausweisung als Radweg von der Straßenbreite abhänge – und die müsse schlicht stimmen. Sund nannte das zwar nachvollziehbar, aber „realitätsfremd“: „Wir wissen alle, wie Schüler unterwegs sind.“

Anlieger: Parkverbot in Wallgartenstraße aufheben

Aus dem Publikum meldete sich ein Anlieger zu Wort. Er verwies darauf, dass in dem Wohngebiet keine Unfälle passierten, und begrüßte, dass keine weiteren Mittel in das Projekt fließen würden. Zugleich bat er darum, das im Zuge der Fahrradstraßenplanung eingerichtete Parkverbot in der Wallgartenstraße rückgängig zu machen: Die Parkplatzsituation sei „eine Katastrophe“. Er erinnerte an eine Anliegerversammlung vor zwei Jahren, bei der Konflikte thematisiert worden seien – danach sei es still geworden. „Wir Anwohner konnten es nicht verstehen. Wir wurden nicht gehört.“

Björn Sund entgegnete, er erinnere sich sehr wohl an ein ausführliches Gespräch mit dem Anlieger: „Dass wir nicht zugehört haben, kann ich nicht nachvollziehen – wir waren da.“ Gawlik ergänzte, der Rat sei kein anonymes Gremium: Jeder könne sich aufstellen lassen und einbringen.

Bürgermeister Armin Pollehn stellte fest, dass alle Fraktionen sich eindeutig geäußert hätten, und kündigte an, das Thema als Beschlussvorlage in den Verwaltungsausschuss einzubringen.

Der AltkreisBlitz hatte im Januar über die Vorstellung der Planung durch das Büro shp Verkehrsplanung berichtet.

Download als PDF

Nach oben scrollen