
Das geplante Projekt „Straße des Pferdes Aue-Wulbeck“ stand im Mittelpunkt der jüngsten Mitgliederversammlung des Vereins Burgdorfer Pferdeland. Ziel der Initiative ist es, den Pferdetourismus in der Region zu stärken sowie bestehende Angebote künftig besser miteinander zu vernetzen und zu profilieren. Anregungen für das Vorhaben lieferten Erfahrungen aus einem ähnlichen Pilotprojekt im Aller-Leine-Tal. Frauke Dettmer und Dr. Ludwig Christmann aus Verden, die dieses Projekt maßgeblich begleitet haben, nahmen an der Versammlung teil und berichteten über die bisherigen positiven Entwicklungen.
Wie der Vorsitzende Barthold Plaß in seiner Einführung erläuterte, bietet die LEADER-Region Aue-Wulbeck mit den Kommunen Burgdorf, Burgwedel, Lehrte und Isernhagen gute Voraussetzungen für eine Weiterentwicklung des Reittourismus. Attraktive Landschaften, vorhandene Reitwege sowie zahlreiche pferdehaltende Betriebe bilden eine solide Grundlage. Bislang fehlt jedoch eine gemeinsame strategische Vermarktung dieser Potenziale.
Genau hier setzt das Projekt „Straße des Pferdes“ an. Geplant ist, die vorhandenen Angebote im Reittourismus zu bündeln und stärker miteinander zu vernetzen. Damit soll auch das wirtschaftliche Potenzial für Reiterhöfe, Zuchtbetriebe, gastronomische Anbieter, Hotels und weitere Zulieferer besser genutzt werden. Gleichzeitig sollen bislang ungenutzte reittouristische Ressourcen der Region aktiviert und ein eigenständiges touristisches Profil entwickelt werden. Auch Sehenswürdigkeiten im Umfeld sollen stärker in den Fokus rücken.
Ein zentraler Bestandteil des Vorhabens ist die Einrichtung einer Geschäftsstelle mit einer hauptamtlichen Koordinationsstelle. Diese soll den Aufbau eines regionalen Netzwerks aus Akteuren des Pferdesports, der Landwirtschaft, des Tourismus und der kommunalen Wirtschaftsförderung begleiten. Darüber hinaus sollen Marketingmaßnahmen entwickelt und die Öffentlichkeitsarbeit koordiniert werden. Vorgesehen ist außerdem eine Internetplattform mit Informationen zu Reitrouten, Übernachtungsmöglichkeiten, Gastronomie und Veranstaltungen.
Finanziell unterstützt werden soll das Projekt über das europäische Förderprogramm LEADER zur Entwicklung ländlicher Räume. In der Lokalen Aktionsgruppe der LEADER-Region Aue-Wulbeck stieß das Vorhaben bereits auf positive Resonanz. Bei einer Sitzung im November 2025 signalisierten 18 von 24 Mitgliedern grundsätzlich ihre Unterstützung. Auch die Teilnehmer der Mitgliederversammlung des Burgdorfer Pferdelandes sprachen sich dafür aus, das Projekt umzusetzen und den erforderlichen Eigenanteil zu übernehmen.
Die Umsetzung ist zunächst in einer zweijährigen Pilotphase vorgesehen. In dieser Zeit sollen organisatorische Strukturen aufgebaut und erste Maßnahmen entwickelt werden, um das Projekt langfristig finanziell tragfähig zu machen. Perspektivisch soll die „Straße des Pferdes“ als überregional wahrnehmbare und markenrechtlich geschützte touristische Themenroute etabliert werden. Langfristig ist geplant, weitere niedersächsische Landkreise einzubeziehen.
Zu Beginn der Versammlung hob der Vorsitzende Barthold Plaß außerdem hervor, dass die Beteiligung an den Burgdorfer Pferde- und Hobbytiermärkten weiterhin zu den zentralen Aktivitäten des Vereins gehört. Bei den insgesamt sechs Veranstaltungen sind erneut Pferde- und Reitershows geplant. Zum Saisonauftakt am Sonnabend, 18. April, steht eine Pferderassenschau im Mittelpunkt. Es folgen am Sonnabend, 16. Mai, die Bezirksmeisterschaft der Ponyjungzüchter sowie am Sonnabend, 20. Juni, eine Voltigierpräsentation des Hofes Sichtermann. Weitere Höhepunkte sind der Auftritt des Showteams Pegasus am Sonnabend, 18. Juli, sowie die Landesmeisterschaft der Ponyjungzüchter am Sonnabend, 19. September.
Plaß betonte, dass der Pferde- und Hobbytiermarkt eine traditionsreiche Veranstaltung mit großem Besucherzuspruch sei und als bedeutender Imageträger für die Stadt Burgdorf gelte. Der Verein Burgdorfer Pferdeland beteilige sich seit rund 20 Jahren mit großem Engagement an der Organisation und Durchführung der Veranstaltungen.
