
Die Pächter der städtischen Kleingartenanlagen „Drei Eichen“ und „Grüne Aue“ zahlen ab sofort etwas mehr – aber weniger als ursprünglich geplant. Der Rat der Stadt Burgdorf hat am gestrigen Donnerstag, 19. März 2026, mit 28 Ja-Stimmen bei einer Gegenstimme einen Kompromiss beschlossen, auf den sich Stadt und Kleingartenvereine geeinigt hatten.
Hintergrund: Festschreibung lief aus
Die bisherige Regelung der Pachtzinsen war bis zum 31. Dezember 2025 festgeschrieben worden – der Rat hatte sie zuletzt im Februar 2020 angepasst. Nun stand eine Neufestsetzung an. Die Verwaltung hatte zunächst eine Erhöhung um 20 Prozent in einem Schritt zum 1. Januar 2026 vorgeschlagen, was einer Mehrbelastung von rund 1,32 Euro (Drei Eichen) beziehungsweise 1,45 Euro (Grüne Aue) pro Monat und Parzelle entsprochen hätte. Die Vorstände der beiden Vereine lehnten das ab.
Als Kompromiss schlugen die Kleingartenvereine selbst eine zweistufige Erhöhung vor: zehn Prozent zum 1. Januar 2026 und weitere zehn Prozent zum 1. Januar 2029, festgeschrieben bis Ende 2032. Die Verwaltung übernahm diesen Vorschlag – der Beschluss entspricht exakt dem Kompromisskompromiss der Vereine.
Was die Pächter konkret zahlen
Auf einer durchschnittlichen Parzellengröße von rund 450 Quadratmetern bedeutet die erste Stufe ab 2026 eine Mehrbelastung von rund 64 Cent (Drei Eichen) beziehungsweise 70 Cent (Grüne Aue) pro Monat. Ab 2029 kommen nochmals rund 70 beziehungsweise 77 Cent dazu. Damit liegen die Burgdorfer Pachtzinsen weiterhin unterhalb des regionalen Mittelwerts: Im Vergleich der Kommunen der Region Hannover zahlen Kleingärtner in Burgdorf deutlich weniger als etwa in Lehrte (2.000 Euro/ha) oder Laatzen (2.600 Euro/ha). Hannover erhebt mit 3.923 Euro/ha den höchsten Pachtzins der Region.
Bürgermeister Armin Pollehn hatte vor der Abstimmung berichtet, dass beide Kleingartenvereine inzwischen ihr Einverständnis signalisiert hätten – bei der „Grünen Aue“ habe er mit dem neuen Vereinsvorsitzenden telefoniert und die noch offenen Unstimmigkeiten klären können. Rüdiger Nijenhof (WGS FreieBurgdorfer) hakte nach, ob die Zustimmung der Vereine tatsächlich vorliege – Pollehn bestätigte dies.
Michael Fleischmann (parteilos) stimmte als Einziger dagegen. Die Pächter hätten ohnehin schon mehr Kosten zu tragen – die Stadt habe bereits die Grundsteuer erhöht und auch die Hallenbadpreise seien gestiegen. „Das ist alles erst der Anfang“, warnte er. Simone Heller (Bündnis 90/Die Grünen) wunderte sich über Fleischmanns Ablehnung bei einem Beschluss, der gemeinsam mit den Betroffenen erarbeitet worden sei.
