BBS-Schüler setzen sich bei Stolpersteintour mit Burgdorfer Geschichte auseinander

Foto: BBS Burgdorf, Kai Wendt

Die Abschlussklasse der Auszubildenden im Groß- und Außenhandelsmanagement hat sich im Rahmen ihrer Projektarbeit auf eine Stolpersteintour durch Burgdorf begeben. Damit verließen die Schüler bewusst den Klassenraum und setzten sich direkt vor Ort mit der Geschichte auseinander.

Trotz dichter Prüfungsvorbereitung und begrenzter Projektzeit zeigten die Schüler nach Angaben der Schule ein bemerkenswertes Engagement. An verschiedenen Stationen in der Innenstadt beschäftigten sie sich intensiv mit den Biografien jüdischer Bürger, die einst in Burgdorf lebten. Hinter jedem Stolperstein wurde dabei ein individuelles Schicksal sichtbar, Lebenswege, die durch Ausgrenzung, Enteignung und Verfolgung abrupt zerstört wurden.

Besonders eindrücklich war für viele der direkte Ortsbezug. Die Erkenntnis, dass diese Geschichten nicht weit entfernt, sondern direkt in Burgdorf passiert sind, habe die Auseinandersetzung spürbar verändert. Was im Unterricht oft abstrakt bleibe, sei konkret, greifbar und emotional nachvollziehbar geworden. Die Schüler konnten sich dadurch deutlich stärker mit den Erfahrungen von Diskriminierung und Ungerechtigkeit auseinandersetzen und hätten verstanden, wie schnell gesellschaftliche Werte ins Wanken geraten können.

In der Nachbereitung wurde nach Angaben der Schule genau dieser Perspektivwechsel hervorgehoben. Geschichte sei nicht vorbei, sondern fordere auch heute noch heraus. Ziel des Projekts sei es deshalb, die Stolpersteintour künftig weiteren Klassen zugänglich zu machen und diese Form des Lernens dauerhaft im Schulalltag zu verankern.

Die Schule sieht solche außerschulischen Lernorte als Beispiel für ihr eigenes Selbstverständnis. Lernen solle erfahrbar werden, gesellschaftliche Verantwortung gestärkt und deutlich gemacht werden, warum Unterrichtsinhalte für das eigene Leben von Bedeutung sind.

Ein besonderer Dank wird den Lehrkräften ausgesprochen, die die Stolpersteintour ermöglicht haben, sowie den Schülern, die sich offen, reflektiert und ernsthaft auf das Projekt eingelassen haben.

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