
Gleich zwei Anlässe gab es am heutigen Sonnabend, 11. April 2026, am S-Bahn-Halt in Otze zu feiern: Die Bürgerinitiative Otze Schiene (BIOS) beging ihr zehnjähriges Bestehen, und die Arbeitsgemeinschaft Dorf Otze (AG Dorf) enthüllte ihre erste Infotafel. Rund 30 Gäste kamen zum Bahnsteig, darunter Landtagsabgeordnete Thordies Hanisch, die Regionsabgeordneten Oliver Brandt und Matthias Paul, der Erste Regionsrat der Region Hannover, Jens Palandt, Ortsbürgermeister Fabian Demuth sowie Ehrenortsbürgermeister Carl Hunze. BIOS-Sprecher Arnim Goldbach und der Vorsitzende der AG Dorf, Dietrich Vollbrecht, begrüßten die Versammelten gemeinsam.



Infotafeln für Otze
Dietrich Vollbrecht erläuterte die Idee hinter dem Projekt der AG Dorf: Sie habe es sich zur Aufgabe gemacht, an prägenden Gebäuden in Otze Infotafeln anzubringen. Die Idee war bereits 2022 aufgekommen – ganz so einfach sei die Umsetzung jedoch nicht gewesen, erinnerte er. Es stellten sich Fragen: Wo sollen die Tafeln angebracht werden? Wie sollen sie aussehen? Wie werden sie gestaltet? Expertenhilfe wurde eingeholt, und nun konnte am heutigen Sonnabend die erste Tafel am S-Bahn-Halt enthüllt werden. Die Infotafel zur Geschichte der Eisenbahn in Otze war dabei maßgeblich von der BIOS mit Inhalt gefüllt worden. Acht weitere Tafeln befinden sich in Arbeit – unter anderem sollen die Kapelle, die alte Schule sowie diverse Fachwerkhäuser in Otze mit solchen Tafeln versehen werden.



Zehn Jahre Bürgerinitiative
Arnim Goldbach, Sprecher der BIOS, betonte, dass das Datum der Enthüllung kein Zufall sei: Vor genau zehn Jahren, am 11. April 2016, war die BIOS gegründet worden – damals noch nicht als eingetragener Verein. Ein guter Anlass, so Goldbach, dieses Jubiläum in einem kleinen Rahmen zu begehen.
Zur Infotafel selbst sagte er: Heinrich Raupers habe viel recherchiert und eingebracht. „Was da draufsteht, ist stimmig.“
Goldbach erinnerte an die Gründungsgründe der Initiative. Damals war noch die Y-Trasse in Planung; die BIOS beschäftigte sich von Anfang an mit den Auswirkungen des Schienenverkehrs auf den Ort – Lärm, Erschütterungen durch den schweren Güterverkehr und die Frage des Personennahverkehrs. Vor allem aber wollte die BIOS verhindern, dass Otze durch eine dauerhaft geschlossene Schranke am Bahnübergang geteilt wird.
Sieben Mal zählte die Initiative seither jeweils 24 Stunden lang den Zugverkehr am Bahnübergang. Im vierten Quartal 2025 waren es 200 Züge täglich – die Tendenz ist hoch, denn BIOS zufolge fahren mittlerweile bis zu 280 Züge innerhalb von 24 Stunden durch Otze. Der Einsatz der Initiative geht weiter: „Beim Lärmpegel ist noch Luft nach unten“, sagte Goldbach. Auch die Unterführung des derzeit höhengleichen Bahnübergangs befürwortet die BIOS.
Sorge bereitet Goldbach die aktuelle Projektlage: Die Verbindung Lehrte–Celle gilt nicht mehr als Projektstrecke, weshalb die Bahn den Lärmschutz nicht mehr vorantreibe und Mittel zum Teil anderweitig verwendet würden.
Dank aus dem Ort
Ortsbürgermeister Fabian Demuth sprach der BIOS ein ausdrückliches Dankeschön aus. Die Initiative sorge dafür, dass der Ort lebenswert bleibe und durch die Bahn nicht zerschlissen werde. Besonders schätze er die konstruktive Haltung der Initiative: „Schön, dass ihr nicht pauschal dagegen seid, sondern auch Vorschläge macht, wie man es besser machen könnte – denn wir brauchen die Bahn.“ Mit den Worten „Im Namen aller Otzer Bürgerinnen und Bürger möchte ich danke sagen“, schloss Demuth sein Grußwort.
Im Anschluss blieben die Gäste bei Gesprächen und Getränken an der neuen Infotafel zusammen.






