
Die Stadt Burgdorf informiert in einer Mitteilungsvorlage an die politischen Gremien über die Ergebnisse einer umfassenden verkehrstechnischen Untersuchung zur Auflassung des Bahnübergangs Ramlinger Straße (K 117) im Ortsbereich Ehlershausen. Die Untersuchung, die im Auftrag der Deutschen Bahn in Kooperation mit den Straßenbaulastträgern durchgeführt wurde, beschäftigt sich mit der Machbarkeit zweier Varianten zur Ertüchtigung der Bahnstrecke durch Errichtung eines Trogbauwerks als Ersatz für den planmäßig aufzulösenden Bahnübergang.
Die Untersuchung liefert eine verkehrsplanerische Grundlage für die Durchführung einer gesamthaften Betrachtung der Verkehrsverhältnisse und analysiert die Auswirkungen der beiden favorisierten Varianten – einer sogenannten Trogvariante (Variante I) und der umfassenderen „großen Lösung“ (Variante III) – auf den Verkehrsraum. Zugrunde liegt die Situation mit einer extrem hohen Belastung der Bundesstraße B 3, die täglich rund 21.000 Kraftfahrzeuge aufweist und im Einmündungsbereich mit der Ramlinger Straße den letzten planmäßigen Bahnübergang zwischen Hannover und Celle darstellt.
Im Fokus der Untersuchung stehen der Ersatz des Bahnübergangs durch die mehrstufig geplanten Trogbauwerke sowie die verkehrlichen Anforderungen an die Anbindung der K 117 an die stark frequentierte Bundesstraße B 3. Die Analyse belegt, dass beide Varianten grundsätzlich geeignet sind, die Schrankenschließzeiten zu vermeiden und die Sicherheit, Geschwindigkeit sowie Leistungsfähigkeit der Eisenbahnstrecke zu verbessern. Die Varianten weisen dabei lokale Verkehrszunahmen zwischen 300 und 500 Fahrzeugen pro 24 Stunden im Bereich der Ramlinger Straße auf. Eine planfreie Knotenpunktlösung im Bereich der B 3-Unterführung ist in der Variante III enthalten, die eine bessere Verknüpfung von Bahn- und Straßeninfrastruktur ermöglicht und zudem die höchste verkehrliche Qualität bieten kann.
Eine ausführliche Verkehrserhebung an sieben Knotenpunkten und in zeitlichen Spitzenblöcken wurde im März 2025 durchgeführt. Diese zeigte, dass die Ramlinger Straße mit etwa 3.500 bis knapp 4.000 Fahrzeugen pro Tag belastet ist und dass der Bahnübergang mit rund 3.130 Fahrzeugen täglich stark frequentiert wird. Die Schrankenschließzeiten summieren sich durchschnittlich auf etwa 20 Minuten pro Stunde, mit einer hohen Frequenz von bis zu sieben Schließvorgängen pro Stunde, was zu Rückstaus vor dem Übergang führt.
Das in 2024 erstellte Makroskopische Verkehrsmodell der Stadt Burgdorf wurde zur Kalibrierung und Prognoseanalyse verwendet. Für das Prognosejahr 2040 ergaben sich Verkehrssteigerungen auf der B 3 um etwa 13 Prozent und auf der K 117 um rund 7 Prozent. Zusätzliche Verkehrsbelastungen werden insbesondere durch geplante Gewerbeentwicklungen im Bereich Ehlershausen sowie durch Wohnbauvorhaben erwartet, was zusammen mit der prognostizierten Verkehrsverlagerung eine langfristige Verkehrsentlastung und Kapazitätssicherung am Knotenpunkt notwendig macht.
Die Untersuchung bewertet die Leistungsfähigkeit der vorhandenen und zukünftigen Knotenpunktgestaltung anhand des Qualitätsstufen-Verfahrens für Verkehrsabläufe (QSV) gemäß dem Handbuch für die Bemessung von Straßenverkehrsanlagen HBS 2015. Die heutige Situation weist in den Spitzenstunden eine mittlere Wartezeit von bis zu 65 Sekunden auf, die im Prognosefall 2040 ohne den Ausbau auf bis zu 152 Sekunden ansteigen könnte, was einer unzureichenden Verkehrsqualität entspricht. Durch den Ausbau mit zusätzlichen Fahrstreifen und in einer längeren Perspektive durch die teilplanfreie Knotenlösung kann die Verkehrsqualität auf das akzeptable Niveau QSV D beziehungsweise C verbessert werden.
Die Variante I, die Trogstrecke ohne direkte planfreie Anschlusslösung an die B 3, ist in ihrer derzeitigen Form nur eingeschränkt als Richtlinienkonform anzusehen und erfordert gegebenenfalls bauliche Anpassungen. Die Variante III ermöglicht grundsätzlich einen teilplanfreien Kreuzungsumbau mit besseren Platzverhältnissen und verkehrlichen Vorteilen. Beide Varianten sollten weiter vertieft ausgearbeitet und kombiniert geplant werden, um die Synergien zwischen Bahn- und Straßenplanung optimal zu nutzen. Die Ergebnisse dienen als Grundlage für weitere Abstimmungen der Stadt Burgdorf, der Deutschen Bahn und der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr.
Ausführliche Informationen stehen in den Ratsunterlagen zur Verfügung: Mitteilungsvorlage , P3861 T 260409 Burgdorf (BÜ Ehlershausen) fv.
