
In der Region Hannover hat sich eine neue Wählergemeinschaft gegründet. Am 28. April 2026 wurde die „UWR Hannover – Die Unabhängigen Wählergemeinschaften Region Hannover“ offiziell ins Leben gerufen. Das Bündnis vereint nach eigenen Angaben bereits zum Start eine zweistellige Zahl lokaler Wählergemeinschaften und will unabhängiger Kommunalpolitik künftig auch auf Regionsebene ein gemeinsames Dach geben.
Die UWR Hannover versteht sich als „Stimme der Mitte“ und will sachbezogene Lösungen über ideologische Parteipolitik stellen. Ein besonderes Anliegen sei die faire Berücksichtigung der Interessen der Umlandkommunen. „Die Region Hannover ist ein komplexes Gefüge. Wir wollen sicherstellen, dass die spezifischen Bedürfnisse der Städte und Gemeinden außerhalb der Landeshauptstadt in der Regionsversammlung noch deutlicher Gehör finden“, erklärt der neu gewählte Vorsitzende Rüdiger Nijenhof. „Unser Ziel ist eine Politik der Balance, die die Identität und Handlungsfähigkeit der Kommunen vor Ort stärkt.“
Inhaltlich setzt die UWR Hannover nach eigenen Angaben auf Themen, die die Menschen im Alltag unmittelbar bewegen. Dazu zählt die Gesundheitsversorgung. Die Wählergemeinschaft fordert eine verlässliche und transparente Krankenhausplanung. Kritisiert wird insbesondere, dass die aktuelle Strategie aus Sicht der UWR zu Lasten der Versorgungssicherheit im Umland gehe. Lange Rettungswege und die Schließung bewährter Standorte wie Lehrte müssten durch greifbare, wohnortnahe Alternativen aufgefangen werden.
Ein weiteres Thema sind die kommunalen Finanzen. Eine zentrale Forderung ist die Entlastung der Kommunen durch eine Senkung der Regionsumlage. „Nur wenn die Städte und Gemeinden finanziell handlungsfähig bleiben, können sie die Aufgaben vor Ort – von der Kita bis zum Ehrenamt – vernünftig erfüllen“, so die UWR.
Auch Mobilität und Umwelt gehören zu den Schwerpunkten. Die UWR spricht sich für Mobilitätslösungen aus, die zum ländlichen Raum passen. Dazu gehörten verlässliche S-Bahn-Verbindungen mit ausreichenden Kapazitäten sowie ein Windkraftausbau, der im Einklang mit den Bürgern vor Ort und unter Wahrung der lokalen Identität gestaltet werde.
Trotz der Bündelung auf Regionsebene soll die Eigenständigkeit der lokalen Wählergemeinschaften gewahrt bleiben. Die UWR versteht sich als Plattform für alle 13 Wahlbereiche der Region. Der geschäftsführende Vorstand soll durch Vertreter aus den Wahlbereichen ergänzt werden, damit eine direkte Rückkopplung in die Fläche gewährleistet ist. Nach Angaben der UWR ist das Bündnis bereits in allen Umland-Wahlbereichen durch erfahrene Kommunalpolitiker vertreten.
Zum Vorsitzenden wurde Rüdiger Nijenhof aus Burgdorf gewählt, der für die WGS FreieBurgdorfer aktiv ist. Stellvertretende Vorsitzende sind Günter Hahn aus Neustadt von der UWG Neustadt und Steven Maaß aus Hemmingen von den Unabhängigen Hemmingern.
Nijenhof engagiert sich seit vielen Jahren in der Kommunalpolitik und ist aktuell Fraktionsvorsitzender sowohl in der Regionsversammlung als auch im Rat der Stadt Burgdorf. Er kandidierte 2019 als unabhängiger Einzelkandidat bei der Bürgermeisterwahl in Burgdorf und wurde 2016 sowie 2021 direkt in den Stadtrat gewählt. 2021 zog er zudem über Persönlichkeitsstimmen in die Regionsversammlung ein. Er ist nominierter Bürgermeisterkandidat und Spitzenkandidat der WGS FreieBurgdorfer.
Günter Hahn ist nach Angaben der UWR eine feste Größe in der unabhängigen Kommunalpolitik Neustadts und aktuell stellvertretender Vorsitzender im Rat der Stadt Neustadt. Er übernahm bereits mehrfach den Vorsitz der UWG Neustadt und ist seit Jahren Mitglied der UWG-Fraktion im Rat der Stadt Neustadt.
Steven Maaß verfügt über langjährige Erfahrung in der regionalen Politik. Er war Vorsitzender der Piratenpartei in der Region Hannover, wechselte später zur FDP und war als Ratsherr in Hemmingen aktiv, bevor er sich den Unabhängigen Hemmingern anschloss. Dort engagiert er sich in der Fraktion der Unabhängigen im Rat der Stadt Hemmingen.
Zu den Unterstützern der ersten Stunde zählen nach Angaben der UWR unter anderem die WGS FreieBurgdorfer, die UWG Neustadt, die UWG Calenberg-Schulenburg, Die Unabhängigen Hemminger, die Wählergemeinschaft Wedemark Resse und die Freien Wähler Pattensen. Interessierte Bürger sowie weitere unabhängige Gruppierungen, die sich einer lösungsorientierten Politik verpflichtet fühlen, seien eingeladen, sich dem Bündnis anzuschließen. Weitere Informationen gibt es unter www.uwr-hannover.de, Kontakt per Mail an info@uwr-hannover.de.
