
Am heutigen Sonnabend, 9. Mai 2026, hat das Deutsche Rote Kreuz (DRK) sein neues Haus in der Lise-Meitner-Straße im Gewerbegebiet Nordwest in Burgdorf feierlich eingeweiht. Mehr als 100 Gäste waren zu dem Festakt gekommen – darunter Landtagsabgeordnete Heike Koehler und Burgdorfs Bürgermeister Armin Pollehn. Die Präsidentin des DRK Region Hannover, Martina Rust, begrüßte neben den Ehrengästen auch Vertreter der politischen Parteien und der Kirchen, Architekten sowie haupt- und ehrenamtliche Kräfte des Roten Kreuzes. Für die musikalische Begleitung sorgten Singer-Songwriterin Toni Schauer aus Hannover sowie das Simon Sommer Trio. Die Moderation übernahm Prof. Dr. Stefan Birkner, Vizepräsident des Roten Kreuzes in der Region Hannover.
Aus mehreren Standorten wird einer
Mit dem Neubau, dessen Grundstein 2024 bei kühlem Wetter und aufziehendem Regen gelegt worden war, sind aus mehreren bisherigen Standorten nun einer geworden. Das DRK sei damit sichtbarer und zukunftsfähig aufgestellt, betonte Präsidentin Rust in ihrer Begrüßung. Unter einem Dach vereint sind nun der ambulante Pflegedienst, der Rettungsdienst sowie Katastrophen- und Zivilschutz – und auch eine Autismusambulanz ist in dem Gebäude untergebracht. Das Thema Inklusion sei dabei bewusst mitgedacht worden.
Fünf Einsatzfahrzeuge sind in der Lise-Meitner-Straße stationiert: Rettungswagen, Krankentransportwagen und Mannschaftstransportwagen. Zusammen mit den ehrenamtlichen Kräften werde schnell und zuverlässig Hilfe geleistet, so Rust. „Das Haus steht für Zusammenarbeit und Verlässlichkeit“, sagte die Präsidentin. „Es gibt eine enge Verzahnung und damit eine stärkere Sichtbarkeit des DRK in Burgdorf und der Region.“
Ein Name, zwei starke Persönlichkeiten
Den bewegendsten Moment des Festakts brachte die Namensgebung. Das Haus trägt den Namen Helga Bindseil – einer Frau, die die Geschichte des DRK in Burgdorf maßgeblich geprägt hat. Seit 1966 war sie Vorsitzende des DRK Burgdorf, für mehr als drei Jahrzehnte. „Sie hat das DRK zu einer festen Größe im sozialen Leben in der Stadt gemacht“, sagte Rust. „Sie hat eine außergewöhnliche Lebensleistung erbracht.“ Helga Bindseil sei zudem auf Regions- und Landesebene aktiv gewesen und vielen Menschen noch bekannt.
Gemeinsam mit dem DRK-Ortsvereinsvorsitzenden Rüdiger Nijenhof enthüllte Rust sodann das Konterfei der Namensgeberin. Besondere Freude bereitete Rust dabei die Adresse des Hauses: Es stehe in der Lise-Meitner-Straße – ebenfalls einem Namen für eine starke Frauenpersönlichkeit.
„Das Haus ist ein Versprechen, dass Hilfe da ist“
Landtagsabgeordnete Heike Koehler würdigte das neue Haus als Ort, der für drei Dinge stehe: Rettung, Katastrophen- und Zivilschutz sowie Begegnung. „Mit der Begegnung beginnt alles, damit kommt man besser durch den Alltag“, sagte sie. Der DRK-Rettungsdienst sei dabei nur ein kleiner Teil des Gesamtangebotes. „Es ist viel mehr als das. Diese Leistungen sind es, die unsere Gesellschaft tragen. Hier entstehen Netzwerke, greifen ineinander.“ Ihr Fazit: „Das Haus ist ein Versprechen, dass Hilfe da ist.“
„Nicht nur Stein, Glas und Technik“
Burgdorfs Bürgermeister Armin Pollehn nannte den Tag einen besonderen: Sichtbar würden Fürsorge, Verantwortung und Zukunft. Das DRK sei Teil der Daseinsvorsorge. „Wir brauchen starke Orte, auf die sich die Menschen verlassen können“, sagte er und dankte dem DRK und seinem gesamten Team. Zugleich wies Pollehn auf einen praktischen Nebeneffekt des Umzugs hin: Am früheren DRK-Standort im Marris-Mühlen-Weg sei durch den Wegzug ins Gewerbegebiet Nordwest nun Platz für mehr Wohnraum entstanden.
„Das DRK ist in Burgdorf an vielen Stellen sichtbar und von großem Wert für die Stadtgesellschaft“, so Pollehn. „Das Haus ist nicht nur Stein, Glas und Technik. Wenn der Rettungswagen losfährt, geht es häufig um jede Minute – aber auch um Menschlichkeit.“
Am heuotgen Nachmittag öffnet das DRK das Haus im Rahmen eines Familienfestes von 14 bis 19 Uhr für alle Interessierten. An verschiedenen Infoständen präsentieren sich die Angebote des Roten Kreuzes – von der Autismus-Ambulanz über das Jugendrotkreuz bis hin zum Katastrophenschutz. Eine sogenannte „Blaulichtmeile“ bot Einblicke in die Einsatzfahrzeuge. Der Eintritt war frei.









