Ausschuss begeht das Baugebiet An den Hecken – Schottergärten sind ein Thema

"Ein Paradebeispiel", so Andreas Fischer, sei dieser Vorgarten, Größtenteils würden die Vorgaben des Bebauungsplanes eingehalten, teils aber auch nicht.
Foto: Bastian Kroll

Wer durch das Burgdorfer Neubaugebiet An den Hecken läuft, entdeckt inzwischen ein Phänomen, das sich in vielen deutschen Wohngebieten ausgebreitet hat: Schottergärten. Flächen, die aus Gründen der Pflegeleichtigkeit mit Kies oder Split bedeckt wurden, anstatt mit belebtem Grün. Der Ausschuss für Umwelt, Stadtentwicklung und Bau (USB) hat am heutigen Dienstag, 9. Juni 2026, eine Begehung durch das Baugebiet durchgeführt.

Andreas Fischer, Leiter der Abteilung Stadtentwicklung und Hochbau der Stadt Burgdorf, führte die Ausschussmitglieder durch das Baugebiet. Der Befund: Schottergärten sind vorhanden — obwohl sie nach niedersächsischem Naturschutzrecht grundsätzlich nicht zulässig sind. Die Frage, die sich stellte, war weniger ob, sondern wie man darauf reagiert.

Stadt setzt auf Überzeugung statt Bußgeld

Die Verwaltung sprach sich klar für einen dialogorientierten Ansatz aus: Statt sofort mit Bußgeldern vorzugehen, soll zunächst das Gespräch mit den Eigentümerinnen und Eigentümern gesucht werden. Als Hilfsmittel wurde bereits eine Broschüre des NABU eingesetzt, die konkrete Alternativen für naturnahe, pflegeleichte Vorgärten aufzeigt. Jeder Eigentümer hatte diese von der Stadt beim Erwerb des Grundstücks bekommen. Der Gedanke dahinter: Wer versteht, warum ein Schottergarten ökologisch problematisch ist — fehlende Versickerung, kein Lebensraum für Insekten, Wärmeinseln — denkt eher um als jemand, der nur einen Strafbescheid erhält.

Zur Diskussion trug auch ein historischer Aspekt bei. Cord-Heinrich Schwer (CDU) erläuterte, dass die Hecken entlang des Baugebiets eine eigene Geschichte haben: Sie gehören einer landwirtschaftlichen Eigentümergemeinschaft aus Hülptingsen und wurden in den 1950er-Jahren als Windschutz angepflanzt. Was heute wie ein natürlicher Grüngürtel wirkt, war damals eine bewusste landwirtschaftliche Entscheidung — ein Detail, das die Verwurzelung des Gebiets in der Burgdorfer Ortsgeschichte illustriert.

Ob und wann weitere Schritte folgen, wenn der Dialog keine Früchte trägt, bleibt zunächst noch offen. Das Thema dürfte die Stadt aber weiter begleiten — Schottergärten sind kein Burgdorfer Einzelphänomen, und die rechtliche Lage ist eindeutig.

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