Kritik an geplanter Windenergieanlage bei Ahrbeck: Fleischmann sieht offene Fragen

Bei Ahrbeck sollen Windkraftanlagen entstehen.

Der parteiunabhängige Ratsherr Michael Fleischmann hält die Antwort der Stadtverwaltung auf seine Anfrage zur geplanten Windenergieanlage bei Ahrbeck für unzureichend. Nach den vorliegenden Planungen sollen mehrere Windkraftanlagen in unmittelbarer Nähe zu Ahrbeck errichtet werden, teilweise in einem Landschaftsschutzgebiet.

Fleischmann kritisiert, die Verwaltung verharmlose mögliche Belastungen für Mensch und Umwelt oder nehme diese nicht ausreichend zur Kenntnis. Die geplanten Anlagen sollen eine Höhe von bis zu 270 Metern erreichen und über Rotorblätter mit einem Durchmesser von rund 175 Metern verfügen. Damit würden sie die bislang im Burgdorfer Stadtgebiet vorhandenen Anlagen deutlich übertreffen.

Neben der optischen Wirkung führt Fleischmann insbesondere mögliche Umwelt- und Gesundheitsaspekte an. Er verweist auf Studien, die sich mit Materialabrieb an Rotorblättern befassen. Die Rotorblätter bestehen unter anderem aus glasfaserverstärkten Kunststoffen mit Epoxidharz. In einer norwegischen Untersuchung mit dem Titel „Leading Edge erosion and pollution from wind turbine blades“ wird der jährliche Abrieb von Epoxid-Mikropartikeln pro Anlage deutlich höher beziffert als in älteren Schätzungen. Laut den Forschern könne der Materialverlust mit zunehmender Größe der Anlagen ansteigen. Fleischmann sieht darin ein Risiko für landwirtschaftlich genutzte Flächen und das Grundwasser im Umfeld der geplanten Anlagen.

Darüber hinaus verweist er auf eine chinesische Studie („Wind farms dry surface soil in temporal and spatial variation“), die Auswirkungen von Windparks auf die Bodenfeuchte untersucht. Dort seien Veränderungen der Bodenfeuchtigkeit im Umfeld von Anlagen festgestellt worden. Vor dem Hintergrund der sandigen Böden im Raum Burgdorf befürchtet Fleischmann zusätzliche negative Effekte für die Landwirtschaft.

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft mögliche gesundheitliche Auswirkungen durch niederfrequenten Schall. Fleischmann verweist auf eine in der Fachzeitschrift Nature veröffentlichte Studie („Effects of low-frequency noise from wind turbines on heart rate variability in healthy individuals“), in der Zusammenhänge zwischen niederfrequentem Schall und Veränderungen der Herzfrequenzvariabilität untersucht wurden. Aus seiner Sicht seien diese Aspekte im Genehmigungsverfahren nicht ausreichend berücksichtigt worden.

Zudem bemängelt Fleischmann, dass bislang keine unabhängige Prognose, Untersuchung oder ein Monitoring zum Schutz von Anwohnern und landwirtschaftlichen Betrieben eingefordert worden sei. Auch Fragen der Gefahrenabwehr, etwa im Falle eines Brandes oder anderer Schadensereignisse, seien aus seiner Sicht nicht ausreichend thematisiert worden.

Die Stadtverwaltung hatte in ihrer Antwort auf die Anfrage unter anderem darauf hingewiesen, dass bestimmte Szenarien kein Prüfmaßstab im Genehmigungsverfahren seien. Fleischmann fordert hingegen eine umfassendere Prüfung der Auswirkungen der geplanten Anlagen auf Umwelt, Gesundheit und Sicherheit im Umfeld von Ahrbeck.

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