
Über 6.400 Dienststunden haben die Mitglieder der Kinder- und Jugendfeuerwehr Burgdorf im Jahr 2025 geleistet – eine beeindruckende Bilanz, die bei der gemeinsamen Jahreshauptversammlung am heutigen Sonnabend, 14. Februar 2026, im Feuerwehrhaus Burgdorf vorgestellt wurde. Rund 60 Anwesende, darunter Kinder, Jugendliche und Eltern, verfolgten die Berichte. „Vielen Dank für die Stunden, die ihr investiert – wir sind sehr dankbar dafür“, bedankten sich Eltern aus den Reihen der Anwesenden bei den Betreuern.
Unter den Gästen waren unter anderem die Feuerwehrausschussvorsitzende Beate Neitzel, Stadtbrandmeister Dennis-Frederik Heuer, Ortsbrandmeister Florian Bethmann sowie Denise Bruns, Kinderfeuerwehrwartin aus Otze. Die stellvertretende Kinderfeuerwehrwartin Ina Kruse begrüßte die Gäste, da Kinderfeuerwehrwart Tobias Heck erkrankt war. Den Bericht der Jugendfeuerwehr hielt Jugendfeuerwehrwart Jan Kruse.
Kinderfeuerwehr: 43 Kinder und 3.616 Dienststunden
Ina Kruse gliederte ihren Bericht in drei Abschnitte: Zahlen, Daten, Fakten, eine Übersicht der Aktivitäten des vergangenen Jahres sowie Ausblick auf 2026.
Die Kinderfeuerwehr hatte 33 Dienste und zwei Besprechungen. Insgesamt wurden 3.616 Dienststunden geleistet, davon 2.854 Stunden reine Jugendarbeit und 762 Stunden Vor- und Nachbereitungen. Die Kinderfeuerwehr startete 2025 mit 39 Kindern. Neun wurden an die Jugendfeuerwehr übergeben, zwei traten aus, 15 kamen neu hinzu. Ende 2025 zählte die Kinderfeuerwehr 10 Mädchen und 33 Jungen – insgesamt 43 Kinder.
Das Jahr startete mit dem Besuch eines Rettungswagens im Feuerwehrhaus. Es folgte die Müllsammelaktion vom VVV im Stadtpark. Beim ersten Teambuilding wurde eine Bastelaktion durchgeführt: Ein Ei musste so gut wie möglich verpackt werden, denn es musste anschließend einen Fall aus dem Korb der Drehleiter überstehen. „Zusammenhalt und füreinander Einstehen schreiben wir besonders groß“, betonte Ina Kruse. Im Herbst folgte ein zweites Teambuilding, bei dem die Kinder versuchten, mit Spaghetti einen möglichst großen Turm zu bauen.
Zu den Höhepunkten gehörten die Übernachtung im Feuerwehrhaus mit einem Besuch eines Indoorspielparks in der Wedemark und dem Filmabend. „Die Übernachtung, das ist immer ein schönes Highlight, schweißt die Truppe zusammen und ist immer ein schönes Erlebnis.“ Ende des Jahres gab es noch einmal einen Erste-Hilfe-Dienst.
Es konnten auch wieder Kinder in die Jugendfeuerwehr übergeben werden, wobei die Kinder symbolisch über einen Schlauch in die Jugendfeuerwehr springen. „Die Verbindung zwischen Kinder- und Jugendfeuerwehr ist sehr eng“, so Ina Kruse.
Die Weihnachtsfeier wurde mit mehreren kleinen Inseln gestaltet: Malen, Basteln, Essen, Spiele, Leseecke, Toben. „Alle entschieden ganz frei, was sie machen wollten und konnten jederzeit wechseln. Auch die Leseecke wurde gerne benutzt.“
Für 2026 ist geplant, 12 Kinder an die Jugendfeuerwehr zu übergeben. Anfang Mai steht wieder eine Übernachtung im Feuerwehrhaus an.
Jugendfeuerwehr: 33 Mitglieder und 2.826 Stunden
Jan Kruse berichtete von der Jugendfeuerwehr: Zum 1. Januar 2025 gab es 28 Mitglieder. Es folgten 12 Aufnahmen (sieben dabei aus der Kinderfeuerwehr) und sieben Austritte wegen Wohnortwechsels oder Interessensverlusts. Ende des Jahres zählte die Jugendfeuerwehr 33 Mitglieder: 25 Jungen und acht Mädchen. „Wir konnten den Mitgliederbestand ausbauen“, betonte Jan Kruse. Allerdings konnte seit einigen Jahren erstmals kein Jugendlicher an die aktive Einsatzabteilung übergeben werden. Im Jahr davor waren es noch sieben gewesen.
Die Jugendlichen leisteten eine „gewaltige Anzahl“ an Stunden: 2.826 Stunden insgesamt. Fast 900 Stunden entfielen auf feuerwehrtechnische Ausbildung, fast 900 Stunden auf allgemeine Jugendarbeit. Zudem gab es Veranstaltungen mit über 850 Stunden (darunter die Übernachtung im Feuerwehrhaus) sowie Sitzungen und Wettbewerbstraining, worin auch die Abnahme der Jugendflamme und Leistungsspange gehören.
Die Betreuer leisteten 974 Stunden: 455 Stunden in den Diensten, 114 Stunden Vor- und Nachbereitung, 348 Stunden Veranstaltungen und 57 Stunden Sitzungen.
Teamwork und Erste Hilfe im Fokus
Jan Kruse berichtete von den feuerwehrtechnischen Diensten: Bei der Fahrzeugkunde wurde beispielsweise ein Dummy hinter einer Palette versteckt. „Überlegt euch doch mal, wie können wir den da rausbekommen? Das hat sehr gut geklappt, das geht nur mit Teamwork. Sie mussten sich absprechen, mussten das Material kennen – und das geht nur, wenn man in den Diensten aufgepasst hat.“
Eine eigene Atemschutzstrecke wurde aufgebaut, mit leichten (leeren) CFK-Flaschen und einer Wettkampfbahn – „ein kleiner Vergleich zur Atemschutzstrecke der Aktiven“. Bei Experimenten lernten die Jugendlichen, welche Stoffe brennen, warum sie brennen und wie man sie löscht. „Das steht jedes Jahr auf dem Dienstplan, da seid ihr mittlerweile echt Profis drin.“
Im Sommer wurde mit Wasser gearbeitet: Löschwasserversorgung aufbauen, Schlauchbrücken und anschließend die Bäume bewässern und mit dem Wasser spielen sorgte für viel Spaß. „Das ist auch einer der Highlight-Dienste, in denen wir was mit Wasser machen können. Vieles machen wir trocken, die Jugendlichen müssen es ja auch erstmal lernen“, erklärte Jan Kruse.
Erste Hilfe sei ein großes Thema, das jedes Jahr angeboten wird, beispielsweise mit der Frage: Was mache ich, wenn ich auf eine hilflose Person zukomme? Jan Kruse erzählte von einer besonderen Rückmeldung: „Ein Elternteil rief mich an und sagte: ‚Wir hatten hier eine Situation. Ich wusste selber nicht, was zu tun ist, aber mein Kind konnte mir genau sagen, was zu tun ist.‘ Eine Rückmeldung, da musste ich einmal schlucken, und mir zeigt: Wir machen hier alles richtig, was wir hier tun.“
Die Jugendfeuerwehr beteiligte sich auch an der Müllsammelaktion (in diesem Jahr am 7. März geplant). Bei den Maispielen mit Jugendfeuerwehren aus Burgdorf, Burgwedel und Isernhagen erreichte das Team den zweiten Platz. „Ihr habt sehr gut als Team zusammengearbeitet – als Einzelkämpfer hat man da keine Chance.“
Jugendflamme und Leistungsspange wurden absolviert. „Ohne die Aktiven wäre vieles nicht möglich. Das können wir als Betreuerteam nicht stemmen. Da bin ich froh, dass wir auf Leute zurückgreifen können, die uns unterstützen“, unterstrich der Jugendfeuerwehrwart.
Die Übernachtung im Feuerwehrhaus von Freitag bis Sonntag mit Ausflügen zur Flughafenfeuerwehr, ins Schwimmbad Burgdorf und einem Filmabend sei „ein enormer Aufwand, das alles zu organisieren. Es lohnt sich immer wieder.“
Die Jugendfeuerwehr trug zudem Fackeln beim Laternenumzug und beim Zapfenstreich zum Schützenfest, begleitete den Umzug von der St. Pankratiuskirche in der Marktstraße zur St. Nikolauskirche im Langen Mühlenfeld. Sommerabschluss und Weihnachtsfeier sowie gemeinsame Dienste mit dem THW und der THW-Jugend rundeten das Jahr ab.
Für 2026 stehen das Regionszeltlager in Bokeloh, Jugendflamme 1 und 2 sowie die Leistungsspange an. Geplant sind vier Übergaben an die Einsatzabteilung.
„Ich finde es immer wieder schön, wenn die Kinder aus der Kinderfeuerwehr in der Jugendfeuerwehr weitergeführt werden und es schlussendlich anwenden können „, sagte Ina Kruse.
Grußworte: „Ihr macht das verdammt gut“
Beate Neitzel überbrachte die Grüße aus dem Feuerwehrausschuss: „Macht so weiter, Leistungsspange, vielelicht macht ihr auch die Jugendflamme 3. ich finde das ganz toll.“ Für die „nicht-feuerwehrtechnischen Dienste“ überreichte sie Knabberzeug und Kekse.
Stadtbrandmeister Dennis-Frederik Heuer freute sich ebenso: „Vielen Dank an das Betreuerteam, danke für die Vorbereitung so interessanter Dienste.“ Er dankte auch den Eltern, „die ihre Kinder anvertrauen. Wie man an den Fotos sieht: Sie haben Spaß. Tolle Sache, dass druch den Nachwuchs der Brandschutz in der Einsatzabteilung ausgebaut werden kann. Der Dienstbetrieb wird nicht langweilig, so soll es sein.“
Ortsbrandmeister Florian Bethmann zeigte sich stolz: „Ich bin stolz darauf, dass wir so ein großes Team sind – das ist euer Verdienst. An der Masse der personen hier seht ihr, dass ihr alles richtig macht. Ihr macht ganz hervorragende Grundlagenausbildung. Die Kinder brauchen das fürs Leben und lernen dieses. Das macht ihr verdammt gut, das Miteinander zu stärken.“ Er erinnerte daran, dass Jan Kruse das erste Kinderfeuerwehrmitglied war, das in die Einsatzabteilung kam. „Herzlichen Dank und weiter so.“
Ina Kruse ergänzte: „Wenn man da ein Kind über Jahre hinweg begleitet und dann in der Einsatzabteilung sieht, dann ist man schon sehr stolz.“
Ehrungen und Wahlen
Beate Neitzel überreichte zum Ende der Versammlung Urkunden an Benjamin Binz für seine erlangte Leistungsspange sowie an Levin Ehlers, der als Füller bei der Leistungsspange unterstützte.
Jan Kruse zeichnete die Jugendlichen mit den meisten Diensten aus: Levin Ehlers, Jannis Bruns und Karlotta Helms erhielten Kinogutscheine als Dank. „Es war nicht viel Unterschied. Nur ein Dienst Abstand. Die Dienstteilnahme ist tatsächlich sehr, sehr gut“, erklärte Jan Kruse.
Er gab zudem bekannt, dass er für weitere drei Jahre zum Jugendfeuerwehrwart gewählt wurde. Florentine Hoffmann wird ihm weiterhin zur Seite stehen.









