
Ein normales Jahr – und doch eines mit besonderen Momenten: Die Freiwillige Feuerwehr Otze hat am gestrigen Sonnabend, 7. März 2026, im Feuerwehrhaus ihre Jahreshauptversammlung abgehalten. Rund 75 Mitglieder und Gäste verfolgten die Berichte, Ehrungen und Grußworte. Unter den Gästen waren unter anderem Burgdorfs Bürgermeister Armin Pollehn, Ortsbürgermeister Fabian Demuth, Stadtbrandmeister Dennis-Frederik Heuer, die Feuerwehrausschussvorsitzende Beate Neitzel, Ehrenstadtbrandmeister Alfred Brönnemann sowie der Ortsbrandmeister der Ortsfeuerwehr Burgdorf, Florian Bethmann, der stellvertretende Ortsbrandmeister aus Weferlingsen, Maximilian Oelze, und eine Abordnung der befreundeten Feuerwehr Großmühlingen aus dem sachsen-anhaltischen Bördeland.

29 Einsätze – darunter ein Feldbrand über die Stadtgrenze hinaus
Ortsbrandmeister Jan Bertke bezeichnete 2025 als normales Jahr für die Ortsfeuerwehr. Insgesamt rückte sie zu 25 Realeinsätzen aus, dreimal übernahm sie die Einsatzleitung vor Or im Rahmen der Stadtfeuerwehr, einmal fand eine Alarmübung statt. Aufgeteilt nach Einsatzarten verzeichnete die Wehr 16 Brandeinsätze und 13 Einsätze zur technischen Hilfeleistung.
Hervorzuheben war ein Einsatz des Tanklöschfahrzeugs, das mit seinen 4000 Litern Löschwasser zu einem Feldbrand in der Nachbargemeinde Uetze nachgefordert wurde. Die Kräfte der Ortsfeuerwehr Hänigsen benötigten Wasser an der Einsatzstelle – die Otzer halfen über die Stadtgrenzen hinweg und zeigten damit, welchen Wert ein solches Fahrzeug hat. Bürgermeister Pollehn nahm in seinem Grußwort auch zwei Einsätze, die sich regelmäßig wiederholen auf: die Rettung eines Greifvogels und einer Katze. Dinge, die es immer wieder geben wird.
252 Mitglieder – von der Kinderfeuerwehr bis zu den Alterskameraden
Zum 31. Dezember 2025 zählte die Feuerwehr Otze insgesamt 252 Mitglieder. Die Einsatzabteilung umfasst 48 Aktive, darunter 43 Männer und 5 Frauen. Die Jugendfeuerwehr Dachtmissen-Otze-Weferlingsen zählt 14 Mitglieder, davon acht aus Otze. Besonders bemerkenswert ist die Kinderfeuerwehr mit 31 Mädchen und Jungen. Dazu kommen 23 Alterskameraden, fünf Musiker und 137 Fördermitglieder.
Insgesamt leisteten die Mitglieder 7.598 Dienststunden. Davon entfielen 3.233 Stunden auf Gruppen-, Zug- und Ortsfeuerwehrdienst, 2.141 Stunden auf die Kinderfeuerwehr, 1.394 Stunden auf die Jugendfeuerwehr, 326 Stunden auf Lehrgänge, 261 Stunden auf die Alterskameraden und 243 Stunden auf Einsätze.
Stadtbrandmeister Heuer dankte der gesamten Wehr: „Feuerwehr funktioniert nur, wenn alle mitziehen – und dazu gehören auch die Familien und Freunde, die euch gehen lassen und es ertragen, wenn ihr die eine oder andere Veranstaltung verlassen müsst.“ Für das gesamte Stadtgebiet Burgdorf verzeichnete das Stadtkommando 271 Einsätze, davon 99 Brände, 133 technische Hilfeleistungen und 39 sonstige. Heuer griff dabei eine Beobachtung auf, die mittlerweile bundesweit gilt: „Wir sind längst keine Freiwillige Feuerwehr mehr, sondern eine freiwillige Hilfeleistungswehr – technische Hilfeleistungen überwiegen die Brandeinsätze.“
Ernennungen und Ehrungen
Gleich mehrere Mitglieder stiegen im Dienstgrad auf: Gero Buchholz, Dominik Schöner und Michelle Tomm wurden zu Hauptfeuerwehrleuten ernannt, Björn Grotheer zum Ersten Hauptfeuerwehrmann und Lukas Tomm zum Löschmeister.
Besondere Ehrungen gab es für zwei verdiente Mitglieder: Ortsbrandmeister Jan Bertke erhielt das Feuerwehrehrenzeichen des Landes Niedersachsen für 25 Jahre aktiven Dienst. Reiner Lüssenhop wurde mit dem Feuerwehr-Ehrenzeichen des Landesfeuerwehrverbandes für 50 Jahre Mitgliedschaft in der Feuerwehr ausgezeichnet.
Feuerwehrhaus: Ortsmitte als gemeinsames Ziel
Ein zentrales Thema des Abends war die Zukunft des Feuerwehrhauses. Bürgermeister Pollehn machte deutlich, dass Stadt, Feuerwehr und Ortsrat dasselbe Ziel verfolgen: Das Haus soll möglichst in der Ortsmitte erhalten bleiben. „Das ist nicht einfach“, räumte er ein. „Wir haben ein Konzept, aber jetzt geht es in die Gespräche mit den Eigentümern – in der Hoffnung, dass es in der Mitte bleibt und alle brandschutztechnischen Anforderungen der Feuerwehrunfallkasse erfüllt werden können.“ Ortsbürgermeister Demuth schloss sich dem an: „Hier gehört die Feuerwehr hin – das muss auf Umsetzbarkeit geprüft werden, aber der Platz ist im Dorf.“
Defibrillator nach zehn Jahren Wunsch endlich Realität
Der Abend wurde von einer Geschichte begleitet, die seit einem Jahrzehnt die Wehr beschäftigt: Seit zehn Jahren bestand der Wunsch, einen Defibrillator am Feuerwehrhaus anzubringen. In unmittelbarer Nähe liegt der Dorfplatz Lindenbrink, auf dem regelmäßig Veranstaltungen stattfinden – und auch die Einsatzkräfte selbst hätten direkten Zugriff auf das Gerät.
Auf der Versammlung wurde eine Sammlung unter den Anwesenden durchgeführt, um den noch fehlenden Betrag zusammenzubekommen. Als am Ende noch eine kleine Lücke blieb, füllten zwei Kameraden den Rest aus eigener Tasche auf. Grünes Licht für die Anschaffung. Der Defibrillator wird künftig in die Trägerschaft der Otzer Vereine und Verbände übergehen, die gemeinsam für die Wartung des Gerätes sorgen werden.




















