Oldhorster Moor soll wieder zum Schwamm werden

Jens Palandt und Samantha Grah stellten das Projekt zur Wiedervernässung des Oldhorster Moors vor.
Foto: Bastian Kroll

Rund 600 Hektar Moor, fast 10.000 Tonnen CO₂-Äquivalent pro Jahr und ein ehrgeiziger Zeitplan: Die Renaturierung des Oldhorster Moores war das zentrale Thema der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Stadtentwicklung und Bau der Stadt Burgdorf, am heutigen Dienstag, 10. März 2026. Erster Regionsrat und Umweltdezernent Jens Palandt und Samantha Grah von der Unteren Naturschutzbehörde der Region Hannover stellten das Projekt vor.

Das Oldhorster Moor liegt als Landschaftsschutzgebiet im Dreieck der Städte Isernhagen, Burgwedel und Burgdorf. Große Teile werden derzeit als Wirtschafts- und Grünwald genutzt, die Nutzungsintensität ist vergleichsweise gering. Doch im entwässerten Zustand setzt das Moor gewaltige Mengen Treibhausgase frei – allein rund 5.000 Tonnen CO₂-Äquivalent entfallen jährlich auf das Burgdorfer Stadtgebiet, wurde berichtet. Zum Vergleich: Das entspricht dem Ausstoß von etwa 3.000 Pkws pro Jahr.

Wasser zurückhalten statt ableiten

Das erklärte Ziel ist die Wiederherstellung eines naturnahen Hochmoores. Durch gezielte Wiedervernässung soll die Wulbeck – die im Oldhorster Moor entspringt – aufgewertet und die Schwammfunktion des Moores wiederhergestellt werden. Statt Wasser schnell abzuleiten, soll es künftig im Moor gehalten werden. Angesichts einer klimatischen Wasserbilanz, die seit 1960 überwiegend im Minus liegt und künftig noch stärker durch Trockenheit geprägt sein wird, kommt Moore als Wasserpuffer eine wachsende Bedeutung zu.

Konkret sind zwei große Bauschritte geplant: Zunächst soll die Ortsentwässerung aus Neuwarmbüchen im Westen umgeleitet werden. Anschließend folgen die Verfüllung von Entwässerungsgräben sowie der Bau von Verwallungen und Stauwehren, um die große Fläche flächendeckend zu vernässen. Gelingt das, könnten nach Berechnungen der Behörde jährlich rund 6.200 Tonnen CO₂-Äquivalent eingespart werden.

Langer Weg bis zur Umsetzung

Bis das Moor tatsächlich wieder nass ist, sind noch mehrere Verfahrensschritte nötig. 2026 sollen zunächst Pegel installiert werden, um belastbare hydrologische Daten zu gewinnen. Ab 2027 folgt das wasserrechtliche Genehmigungsverfahren, ab 2028 ein Flurbereinigungsverfahren – denn nicht bei allen Grundstücken ist die Eigentümerfrage geklärt. Enteignungen seien jedoch nicht geplant, betonte Palandt: Die Region verfüge über ein Portfolio an Tauschflächen und könne notfalls auch grundbuchliche Sicherungen für einen Zeitraum von 30 Jahren vereinbaren. Mit dem eigentlichen Beginn der Wiedervernässung wird frühestens 2030 oder 2031 gerechnet.

Palandt unterstrich, dass die Abstimmung mit Unterhaltungsverbänden und Landwirten in den vergangenen zwei Jahren konstruktiv verlaufen sei und alle Ampeln auf Grün stünden. Wichtig sei dabei: Das Umfeld des Moores – insbesondere die umliegenden Ortslagen – dürfe durch die Maßnahmen keinen Nachteil erleiden.

Die Regionsversammlung soll voraussichtlich am 21. April einen Grundsatzbeschluss fassen. Im Frühjahr und Sommer sind Vor-Ort-Termine sowie öffentliche Informationsveranstaltungen für Verbände und Eigentümer geplant. Die anfallenden Investitionskosten trägt die Region; auf die Stadt Burgdorf kommen nach aktuellem Stand keine Kosten zu.

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