Neue Kita kommt: Ortsrat blickt auf Juni-Sitzung und beschäftigt sich mit Kita-Bedarfsplanung

Heute schon stehen Module auf dem Gelände, um den notwendigen Platz zu schaffen, dennoch platzt die Kita in Ehlershausen aus allen Nähten.
Foto: Bastian Kroll

Die Ungeduld war mit Händen zu greifen: „Das werde ich vor meiner Rente nicht mehr erleben“, rief eine Erzieherin aus dem Publikum, als es in der Sitzung des Ortsrates Ramlingen-Ehlershausen am gestrigen Dienstag, 5. Mai 2026, erneut um den Neubau der Kindertagesstätte im Ort ging. Rund 20 Zuhörerinnen und Zuhörer verfolgten die Sitzung in der Martin-Luther-Kirchengemeinde Ehlershausen, Ramlinger Straße 25. Ortsbürgermeister Wolfram Nolte (parteilos) eröffnete punkt 19 Uhr.

Ortsbürgermeister Wolfram Nolte (Mitte) mit seinen stellvertretern Katrin Thies und Dr. Torsten Carl.
Foto: Bastian Kroll

Tempo 30 auf der Ramlinger Straße: Niemand wusste Bescheid

In der Einwohnerfragestunde machte ein Bürger auf die neuen Tempo-30-Schilder mit dem Zusatz „Schulweg – Mo–Fr 6–19 h“ auf der Ramlinger Straße aufmerksam. Weder Ortsbürgermeister Nolte noch Burgdorfs Bürgermeister Armin Pollehn (CDU) konnten erklären, worauf die Beschilderung zurückgeht. Nolte stellte klar, dass der Ortsrat die Maßnahme nicht beantragt habe; die Kommunikation seitens der Region sei „sehr dürftig“ gewesen. Der AltkreisBlitz hat die Hintergründe recherchiert und bereits ausführlich berichtet.

Kita-Neubau: Konkrete Pläne kommen im Juni

Beim Sachstand zum Kita-Neubau Ramlingen-Ehlershausen hielt sich die Verwaltung bewusst kurz. Cindy Ehmcke-Schaaf, Leiterin des Fachbereichs Familien und Kinder, verwies auf eine gemeinsame Sitzung von Jugendhilfeausschuss und Ortsrat, die für den 8. Juni angesetzt ist: Dann werde die Architektin konkrete Varianten vorstellen. Der Ortsrat habe, so Nolte, intensiv an der Vorbereitung mitgewirkt und alle Eingaben seien berücksichtigt worden. „Es nimmt Formen an und nimmt Fahrt auf – ich bitte um weitere Geduld, aber es sieht gut aus“, sagte er.

Burgdorfs Bürgermeister Armin Pollehn (CDU) betonte die Besonderheit des Projekts: Es werde im Bestand gebaut, die verfügbare Fläche sei durch den angrenzenden Sportplatz eng begrenzt. „Das ist nicht einfach mal eine Kita auf der grünen Fläche – das ist ein anspruchsvolles Projekt.“ Er kündigte an, dass die gesamte Planung öffentlich begleitet werden könne.

Bedarfsplanung beschlossen – mit Diskussion über Prognosezahlen

Zuvor hatte der Ortsrat einstimmig die Bedarfsplanung für die Kindertageseinrichtungen und die Kindertagespflege in der Stadt Burgdorf für 2026/2027 angenommen – allerdings erst nach einer lebhaften Debatte über die zugrunde liegenden Zahlen. Ratsmitglied Oliver Sieke (CDU) monierte, dass die Prognosen der Region Hannover und die tatsächliche Entwicklung nicht recht zusammenpassen wollten: Die Geburtenzahlen stagnierten auf niedrigem Niveau, dennoch steige die Zahl der vorzuhaltenden Plätze. Ehmcke-Schaaf erklärte, die Prognosen kämen von der Region und berücksichtigten neben Geburtenraten auch Zu- und Abwanderung sowie interkommunale Betreuung. Pollehn verteidigte die Vorgehensweise: Doppelarbeit durch eigene parallele Berechnung solle vermieden werden. Er nutzte die Gelegenheit, um auf die gute Personalsituation der Burgdorfer Kitas hinzuweisen: „Wir sind als Stadt Burgdorf sehr gut mit Kitapersonal aufgestellt und haben kaum Fluktuation – das darf man auch mal sagen.“

Aus dem Ortsbürgermeister-Bericht: Dorffunk, Maibaum und Kommunalwahl

Wolfram Nolte nutzte seinen Bericht für eine Reihe erfreulicher Meldungen. Der bisherige Dorffunk hat sich in „stadt.land.funk“ umbenannt; die Stadt Burgdorf übernimmt die Kosten nach der Förderphase. „Die Stadtverwaltung hat den Nutzen erkannt – ein sehr lebendiges Medium“, so Nolte. Er dankte außerdem der Feuerwehr für das Osterfeuer, den Helfern einer spontanen Müllsammelaktion sowie allen Beteiligten des Maibaum-Aufstellens, das er inzwischen als echte Ortstradition sieht.

Ein Hinweis galt den bevorstehenden Kommunalwahlen: Am Mittwoch, 3. Juni, lädt der Ortsrat im Gemeindesaal zur öffentlichen Veranstaltung ein. Angesichts von Nachwuchssorgen soll sich der Ortsrat dort vorstellen und Rede und Antwort stehen.

Appell für den Feuerwehrmusikzug

Gleich zu Beginn der Sitzung sprach eine Einwohnerin aus Ramlingen ein Anliegen aus dem Publikum an: Der Feuerwehrmusikzug müsse sein Pfingstkonzert in diesem Jahr aus Sicherheitsgründen auf dem rückwärtig gelegenen Hof des Landgasthofs Voltmer geben und könne nicht mehr vor dem Landgasthof an der Straße aufspielen. Sie erhoffte sich Unterstützung des Ortsrates. Nolte sicherte sie prompt zu: „Da muss ich nicht rumfragen – da sind wir im Ortsrat einer Meinung. Wir müssen das Thema aufnehmen und eventuell auch einen Ortstermin machen, um die Kuh vom Eis zu bekommen. Im Ort wurden auch schon Betonpoller gerade für sowas angeschafft. Da müssen wir wohl auch noch mal mit dem Ordnungsamt reden. Dann sieht es nächstes Jahr eventuell besser aus.“ Auch Pollehn verwies auf die veränderte Sicherheitslage, die solche Entscheidungen heute deutlich komplizierter mache als früher.

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