FDP-Ratsfrau kritisiert geplante Gebühren für Ferienbetreuung

In einer Pressemitteilung kritisiert die Burgdorfer FDP-Ratsfrau Anika Lilienthal die geplanten Gebühren für die Ferienbetreuung von Grundschülern in Burgdorf. Anlass ist die nächste Sitzung des Jugendhilfeausschusses, die am kommenden Montag, 8. Juni 2026, stattfinden soll.

„Ich war sehr erstaunt über die Tagesordnung“, erklärt Lilienthal. In der Sitzung solle erneut über die Gebühren zur Ferienbetreuung der Grundschüler in Burgdorfs Schulen beraten werden. Nach ihren Angaben sieht das Ganztagsförderungsgesetz vor, dass jedes Kind einen Ferienbetreuungsanspruch von acht Stunden hat.

Lilienthal verweist darauf, dass sie bereits vor etwa zwei Jahren erste Anfragen an die Verwaltung gestellt habe. Dabei sei es um Planung, Umsetzung und Kosten gegangen. „Immer wurde ich vertröstet. Jetzt kurz bevor die neuen ersten Klassen eingeschult werden, müssen wir im Rat wieder mit halbfertigen Kostenentscheidungen umgehen“, sagt sie.

Ihr Antrag auf Senkung der Kosten von bisher 80 Euro auf 25 Euro sei in der letzten Ratssitzung mit zum Anlass genommen worden, der Verwaltung noch einmal den Auftrag zu geben, über die Kosten nachzudenken und ein mögliches Finanzierungskonzept vorzulegen. Dies sei aus ihrer Sicht nicht geschehen.

„Laut Vorlage, die nun öffentlich ist, bleibt es bei den 80 Euro pro Woche pro Kind in den Ferien, hinzu kommen noch Randzeitbetreuungskosten, Gebühren für Essen und Ausflüge. Das geht dann schnell ins Geld, ich schätze in den Ferien dann gut 120 Euro pro Woche“, ärgert sich Lilienthal.

Sie kritisiert außerdem, dass ihr Antrag in der Verwaltungsvorlage nicht vorkomme. Deshalb habe sie die Absetzung des Tagesordnungspunktes beantragt, um der Verwaltung noch einmal Zeit zur Nachbesserung zu geben. „Es kann nicht sein, dass ein rechtlicher Anspruch eines Kindes auf einen Betreuungsplatz durch zu hohe Gebühren, die vor allem Familien und Alleinerziehende im mittleren Lohnsektor ohne BuT-Berechtigung treffen, konterkariert wird. Mir kommt es so vor, als wolle man gar nicht, dass Kinder in die Ferienbetreuung gehen. Je höher der Preis dafür ist, desto weniger Eltern können davon Gebrauch machen. Soziale Komponenten sind laut Vorlage bei der Randzeitbetreuung ebenfalls nicht vorgesehen. So schließen wir viele Kinder von einer Betreuung trotz rechtlichem Anspruch aus“, so Lilienthal.

Nach Angaben der FDP-Ratsfrau habe sie der Verwaltung auch Gegenfinanzierungsmöglichkeiten genannt. Dabei verweist sie unter anderem auf die jährliche Förderung des VVV in Höhe von 75.000 Euro, auf mögliche Einsparungen bei den Personalkosten der Verwaltung sowie auf eine mögliche Verschiebung der Rathausplanung. Diese Punkte sollten ihrer Ansicht nach mitdiskutiert werden, um eine gute Betreuung von Kindern sicherzustellen.

„Es kann nicht sein, dass sich Herr Pollehn in Sorgensen auf dem Schützendorffest hinstellt und lobt, dass wir eine kinderfreundliche Kommune sind und demnächst ausgezeichnet werden, aber auf der anderen Seite wird das nicht gelebt. Dann können wir die Auszeichnung auch gleich zurückgeben. Hier entscheidet sich in meinen Augen, wie kinderfreundlich wir wirklich sind“, erklärt Lilienthal abschließend.

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