Vom Elternkurs bis zur Pflegeberatung: Das Familienzentrum An den Hecken zieht Kreise

Julia Börse, Koordinatorin des Familienzentrums, stellt das Angebot des Familienzentrum An den Hecken im Ausschuss für Jugendhilfe und Familie vor.
Foto: Bastian Kroll

Die Zahlen sprechen für sich: Von Januar bis Mai 2025 besuchten 2.094 Menschen das Familienzentrum An den Hecken im Paulus-Familienzentrum am Weimarer Bogen — Erwachsene wie Kinder. Ein Jahr später, im gleichen Zeitraum 2026, waren es bereits 3.435. Das Angebot hat sich nicht verdoppelt. Aber es hat sich herumgesprochen.

Der Ausschuss für Jugendhilfe und Familie nutzte seine Sitzung am heutigen Montag, 8. Juni 2026, für einen Rundgang durch das Familienzentrum — und Julia Börse, Koordinatorin des Familienzentrums, für einen Einblick in das, was dort täglich passiert. Was vor einigen Jahren als Idee begann, eine Präventionskette für Familien im Burgdorfer Süden zu schaffen, ist inzwischen zu einem lebhaften Treffpunkt geworden, dessen Angebot weit über Krabbelgruppe und Elternkurs hinausgeht.

Die Angebote beginnen buchstäblich vor der Geburt: Eine Hebamme ist eingebunden, Geburtsvorbereitungskurse und Rückbildungsgymnastik gehören ebenso dazu wie das Babyglück-Programm für frisch gebackene Familien. Für Kleinkinder bis drei Jahre gibt es die offene Krabbelgruppe, für Kinder bis zehn Jahre das offene Familienzeit-Café jeden Freitag. Wer als Elternteil etwas lernen möchte, findet Sprachkurse, einen Erste-Hilfe-Kurs für Kindernotfälle, Achtsamkeitstraining oder — ganz pragmatisch — einen Zumba-Kurs am Abend. Und wer pflegt, findet Unterstützungsangebote für pflegende Angehörige.

Das Prinzip, das hinter alledem steckt, nennt sich Präventionskette: Angebote, die ineinandergreifen und Familien in unterschiedlichen Lebensphasen auffangen — wohnortnah, niedrigschwellig, kostenlos oder günstig.

Ausschussmitglied Birgit Meinig (SPD) brachte es auf den Punkt: „Das ist ein Ort, wo gute Dinge passieren.“ Sie erinnerte daran, dass es einer bewussten politischen Entscheidung des Rates bedurfte, ein solches Familienzentrum aufzubauen. „Toll, wie es sich entwickelt hat — aber es muss erst bekannt werden.“

Genau daran arbeitet das Team. Beim Familienzeit-Café stellen sich Kursleiterinnen und Kursleiter den Eltern vor, man kann reinschnuppern, Vertrauen aufbauen — und dann entscheiden, ob man das Kind in den Kurs lässt. Julia Börse beschrieb die Aufteilung im kleinen Team: Sie selbst als kreativer Kopf mit neuen Ideen und Kontakten, ihre Verwaltungskollegin als ruhender Pol für Koordination, E-Mails und Büroarbeit. „Unsere Stunden sind zu wenig“, sagte sie offen — optimal wären 25 Wochenstunden, „falls mal jemand fragen sollte“, sagte sie mit einem Augenzwinkern.

Finanziert wird das Zentrum über viele Stellen: Unter anderem Krankenkassen, Diakonie, der Paulusstiftung, der Landesprävention Niedersachsen und Ehrenamtlichen. Fünf ehrenamtliche Frauen kommen jede Woche verlässlich, um Kurse zu begleiten. Das Projekt „hope“ der Diakonie Hannover Land ist ebenfalls eingebunden.

Das Familienzentrum An den Hecken ist auf verschiedenen Kanälen erreichbar — auf Instagram, per Telefon und über Aushänge im Quartier. Wer neugierig ist, kann einfach vorbeikommen: Das Paulus-Familienzentrum befindet sich am Weimarer Bogen 2.

Download als PDF

Nach oben scrollen