Bahnübergang Ehlershausen: Verkehrsstudie liegt vor — und zeigt, dass der Knoten an seine Grenzen stößt

Seit Jahren beschäftigt der schienengleiche Bahnübergang an der Ramlinger Straße die Anwohner von Ehlershausen und die Burgdorfer Kommunalpolitik. Am heutigen Dienstag, 9. Juni 2026, hat der Ausschuss für Umwelt, Stadtentwicklung und Bau (USB) die Ergebnisse der Verkehrstechnischen Untersuchung (VTU) zur Kenntnis genommen. Insa Borchers, Stadtplanerin bei der Stadt Burgdorf, stellte die Ergebnisse vor. Das Gutachten des Hannoverschen Planungsbüros PGT Umwelt und Verkehr kommt zu einem klaren Befund: Ohne Ausbau wird der Knotenpunkt die Verkehrsbelastung der Zukunft nicht mehr bewältigen.

Der Bahnübergang auf der Kreisstraße K 117 ist der letzte plangleiche Kreuzungspunkt der Bundesstraße B 3 zwischen Hannover und Celle. Täglich passieren hier rund 21.000 Fahrzeuge die Kreuzung — ein Wert, der ihn nach Eisenbahnordnung (EBO) als Übergang mit „starkem Verkehr“ einstuft. Hinzu kommen die langen Schrankenschließzeiten, die in Stoßzeiten regelmäßig für Rückstaus in der Ramlinger Straße sorgen. Ausschussmitglied Rudolf Alker (SPD) brachte es auf den Punkt: „Die Schranke ist ständig zu. Das wird ja nicht besser.“

Zwei Varianten, ein gemeinsamer Befund

Die Untersuchung analysierte zwei Vorzugsvarianten aus einer Machbarkeitsstudie des vergangenen Jahres. Beide sehen vor, den Bahnübergang durch ein Trogbauwerk zu ersetzen — eine Unterführung, die den Schienenverkehr vom Straßenverkehr entkoppelt. Variante I verlegt die Trasse nahe am heutigen Standort. Variante III setzt das Trogbauwerk weiter südlich an und schafft dabei günstigere Voraussetzungen für eine künftige kreuzungsfreie Anbindung an die B 3.

Das Ergebnis ohne Ausbaumaßnahmen am Knotenpunkt B 3 / Ramlinger Straße ist eindeutig: Im Prognosehorizont 2040 würde die Kreuzung in der morgendlichen Spitzenstunde die Qualitätsstufe E erreichen — der schlechteste Wert im Bewertungssystem des Handbuchs für die Bemessung von Straßenverkehrsanlagen. Die mittlere Wartezeit läge dann bei bis zu 152 Sekunden; Rückstaus von rund 200 Metern auf der B 3 wären die Folge. Ergänzende Abbiegespuren — westlich 35 Meter, östlich 75 Meter — könnten die Qualität auf ein akzeptables Niveau (Stufe D) heben, lösen das strukturelle Problem aber nicht dauerhaft.

Alker hatte die rund 100 Seiten starke VTU zur Kenntnis genommen — und war nicht begeistert vom Umfang: „Ein Monsterblatt“, kommentierte er. Inhaltlich drückte er aber klare Erwartungen aus: Am Ende müssten drei Dinge passen — die Bahnunterführung selbst, ein vernünftiger Anschluss an die B 3 und die Anbindung ans geplante Gewerbegebiet östlich der Bundesstraße. Borchers pflichtete bei: „Es macht keinen Sinn, hier Salamitaktik zu machen.“

Beide Varianten erfüllen in ihrer derzeitigen Ausgestaltung die Anforderungen der zugrunde liegenden Planvorhaben nur eingeschränkt. In der Gesamtabwägung bezeichnen die Gutachter Variante III als die derzeit zielführendere Lösung, empfehlen aber, auch Variante I konstruktiv weiterzuverfolgen.

Studie stockt — Artenschutz noch offen

Die VTU ist abgeschlossen, doch die übergeordnete Machbarkeitsstudie, in deren Rahmen sie erstellt wurde, kommt nicht so schnell voran wie erhofft. Hinzu kommt: Die DB InfraGO AG — die Bahninfrastrukturtochter der Deutschen Bahn, die seit Ende 2023 aus DB Netz und DB Station&Service hervorgegangen ist — hat Kapazitätsprobleme, die Planungen wurden unterbrochen. Auch die ökologischen Untersuchungen zum Artenschutz stehen noch aus. Beides bremst die Planung, die neben der Stadtplanung auch die Abstimmung mit der Deutschen Bahn und der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStBV) umfasst. Derzeit ist davopn auszugehen, dass der weitere Fortschritt 12 bis 16 Monate nach hinten verschoben wird.

Die Gutachter empfehlen als nächsten Schritt, die Ergebnisse beider Varianten in einem gemeinsamen Lageplan zusammenzuführen und offene Fragen zur Erschließung, zu Radien und zur B-3-Anbindung zu klären. Der Ausschuss hat die Mitteilung zur Kenntnis genommen. Auch der Ausschuss für Wirtschaft, Arbeit, Liegenschaften und Verkehr befasst sich am kommenden Donnerstag, 11. Juni, mit den Ergebnissen.

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