
Rund 16.500 Gebäudereiniger arbeiten in der Stadt und Region Hannover. Zum „Tag der Gebäudereinigung“ am Montag, 15. Juni 2026, fordert die IG BAU Niedersachsen-Mitte mehr Anerkennung und bessere Bezahlung für die Beschäftigten im Reinigungsgewerbe.
„Doch bei ihnen ist längst nicht alles im Reinen: Oft fehlt es am Respekt für ihre Arbeit. Und immer hapert es am Geld: Wer schrubbt, saugt und den Müll der anderen wegräumt, hält zwar alles am Laufen, verdient aber meistens nur einen Niedriglohn. Spätestens mit der Rente droht dann Armut im Alter“, sagt Stephanie Wlodarski von der IG BAU Niedersachsen-Mitte. Die Gewerkschaft fordert deshalb einen „Respekt- und Lohn-Schub“ für die Arbeit im Reinigungsgewerbe.
Nach Angaben der IG BAU sorgt die Arbeit der Reinigungskräfte für saubere Büros, Schulen und Altenheime. Zugleich reiche der heute in der Branche übliche Lohn oft nicht aus, um später eine ausreichende Rente zu erreichen. „Wer ein Leben lang dafür sorgt, dass die anderen ein ‚sauberes Leben‘ haben, der darf am Ende nicht auf staatliche Unterstützung angewiesen sein“, sagt Wlodarski.
Eine Gebäudereinigerin mit Vollzeitstelle müsse beim derzeit in der Branche üblichen Lohn rein rechnerisch mehr als 70 Jahre arbeiten, um auf die Höhe der Durchschnittsrente zu kommen, so die Vorsitzende der IG BAU Niedersachsen-Mitte. „Reinigung und Rente – das ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Armutszeugnis. Krasse Lohnunterschiede sind allerdings ein Risiko für den Zusammenhalt in der Gesellschaft – und Niedriglöhne damit sozialer Sprengstoff“, warnt Wlodarski.
Sie appelliert an die Bundestagsabgeordneten von CDU und SPD aus Hannover und der Region, bei der anstehenden Rentenreform gegenzusteuern. „Wer ein Berufsleben lang Flure wischt, Fenster putzt und Toiletten sauber hält, hat es verdient, im Alter von der Rente in Würde leben zu können“, fordert die Vorsitzende der IG BAU Niedersachsen-Mitte.
Auch in der kommenden Tarifrunde für die Beschäftigten im Gebäudereiniger-Handwerk müsse es nach Ansicht der Gewerkschaft ein deutliches Lohnplus geben. Darauf sollten sich die 387 Gebäudereinigungsunternehmen in Stadt und Region Hannover einstellen, erklärt Wlodarski. Die Zahlen zu Beschäftigten und Betrieben in der Gebäudereinigung beruhen nach Angaben der IG BAU auf Daten der Arbeitsagentur.
