Führung über den Magdalenenfriedhof erzählt Stadtgeschichte

Konrad Michelssen und Michael Raupach führen über den Magdalenenfriedhof.

Stadtmarketing Burgdorf lädt am Sonntag, 2. August, zur vorletzten öffentlichen Stadtführung dieser Saison ein. Im Mittelpunkt steht der Magdalenenfriedhof unter der Hochbrücke.

Die Führung übernehmen Konrad Michelssen und Michael Raupach vom VVV-Arbeitskreis Magdalenenfriedhof. Treffpunkt ist um 14 Uhr am Eingang des Friedhofs. Teilnehmerkarten sind bei Bleich Drucken und Stempeln, Braunschweiger Straße 2, Telefon 05136/1862, erhältlich.

Namensgeberin des Magdalenenfriedhofs war die aus dem Hause Braunschweig-Lüneburg stammende verwitwete Gräfin Magdalene von Bentheim-Steinfurt. Sie lebte von 1540 bis 1586 und verbrachte ihre letzten Lebensjahre in Burgdorf. Zwei Jahre vor ihrem Tod spendete sie das Geld für die später nach ihr benannte Friedhofskapelle, die 1815 wegen Baufälligkeit abgerissen werden musste.

1869 ließ der städtische Magistrat mithilfe privater Geldgeber einen Neubau errichten, der in seiner damaligen Gestaltung bis heute erhalten ist. Scena, der Kulturverein im VVV, nutzt die derzeit wegen Gebäudeschäden gesperrte Kapelle seit vielen Jahren für Kunstausstellungen. In den 1980er Jahren fanden dort bereits Kammerkonzerte statt. Seit 1987 steht der Magdalenenfriedhof unter Denkmalschutz.

Die historische Gräberanlage beherbergt Ruhestätten ehemals prominenter Persönlichkeiten der Stadt. Zu ihnen zählt der 1859 früh verstorbene Burgdorfer Superintendent Carl Johann Philipp Spitta, einer der bedeutendsten Kirchenliederdichter des 19. Jahrhunderts. Sein 225. Geburtstag jährt sich am 1. August.

Auch Mitglieder der Unternehmerfamilie Niemack sowie der 1931 verstorbene Bürgermeister Heinrich Schuster fanden auf dem Friedhof ihre letzte Ruhestätte. Der älteste dort erhaltene Grabstein stammt aus dem Jahr 1713.

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