Was Montagmorgens nach der Sportvereinsnutzung am Wochenende in der Sporthalle der Gudrun-Pausewang-Grundschule vorzufinden ist, hat die Stadtverwaltung dem Ausschuss für Schulen, Kultur und Sport in seiner Sitzung am heutigen Montag, 2. März 2026, in Fotos dokumentiert vorgelegt – und das Bild, das sich dabei zeigte, ließ die Ausschussmitglieder sichtlich betroffen zurück.
Was vorgefunden wurde
Stadtrat Michael Kugel stellte klar, dass es sich nicht um einen Einzelfall handele, sondern um ein über mehrere Wochen immer wieder aufgetretenes Muster. Die Schäden im Einzelnen: 39 Rasterdeckenplatten wurden zerstört – offenbar mutwillig zerschossen. Manche wurden zuvor erneuert, als ein neuer Schadensfall eintrat. Leuchtmittel sind demoliert, ein Sensor an einem Wasserhahn wurde absichtlich eingedrückt und nun muss der gesamte Wasserhahn ersetzt werden. In den Sanitäranlagen wurden Fäkalien hinterlassen; Toilettenpapier wurde in die Toiletten gestopft, Papierhalter abgetreten, Müll liegengelassen. Im Eingangsbereich fanden sich Zigarettenstummel – auf einem Schulgelände, auf dem Rauchverbot herrscht. „Da will keiner mehr rein“, fasste ein Henry Bar, Abteilungsleiter für Schulen, Kultur und Sport, die Situation in den Sanitäranlagen zusammen.
Die Reinigungskräfte könnten die Folgeschäden mit ihrem begrenzten Zeitkontingent kaum bewältigen. Andere Bauprojekte und Unterhaltungsmaßnahmen müssten dann hinten anstehen.
Erschwerend komme hinzu: Das Hallenbuch, in das sich Nutzerinnen und Nutzer eintragen sollen, ist kaum geführt worden. Der letzte Eintrag stammte aus dem ersten Halbjahr 2025. Eine genaue Zuordnung der Schäden zu einzelnen Vereinen sei damit schwierig. Am fraglichen Wochenende war nach Angaben der Verwaltung nur ein Verein in der Halle. Nicht ausgeschlossen werden könne aber auch, dass Unbefugte Zutritt erhalten hätten.
Reaktionen im Ausschuss
Die Ausschussmitglieder verurteilten die Vorfälle einhellig. Dirk Bierkamp (WGS FreieBurgdorfer) zeigte sich fassungslos: Das Ausmaß der Schäden müsse jemandem aufgefallen sein. Er plädierte dafür, zum alten Verfahren zurückzukehren, bei dem der Hausmeister vor und nach jeder Veranstaltung die Halle in Augenschein nimmt. Damit könne man den Verursacher deutlich leichter identifizieren. Rolf Tameling, Vertreter der Sportvereine, wolle nochmals direkt auf die Trainer zugehen und sie in die Pflicht nehmen: Sie seien dafür verantwortlich, selbst zu kontrollieren und für Ordnung zu sorgen.
Die Verwaltung erklärte, dass Hausmeister am Wochenende nicht mehr in vollem Umfang im Dienst seien und Veranstaltungen von morgens bis abends personell nicht abgedeckt werden könnten. Kugel betonte, man habe die Situation nicht zur großen Auseinandersetzung machen wollen, sondern den Ausschuss zunächst ins Bild setzen. Ziel sei es, gemeinsam mit den betroffenen Vereinen zu einer Lösung zu kommen – nicht darum, wen man wie lange aussperrt. „Das Maß ist nun aber voll“, betonte er.
Wie geht es weiter?
Die betroffenen Vereine sollen nun zu ihrem Nutzungsverhalten befragt werden. Eine Nutzungsuntersagung als mögliche Konsequenz wurde ausdrücklich nicht ausgeschlossen. Auch die Frage der Kostenerstattung für die entstandenen Schäden steht im Raum. Die Verwaltung will das Gespräch mit den Vereinen suchen, um dauerhaft bessere Verhältnisse zu schaffen – ohne dass künftig nach jeder Veranstaltung städtisches Personal vor Ort sein muss.
