Burgdorf richtet Präventionsrat ein

Mit Applaus hat der Rat der Stadt Burgdorf am gestrigen Donnerstag, 19. März 2026, einstimmig die Neustrukturierung des Kommunalen Präventionsrates beschlossen. Das Besondere daran: Den Präventionsrat gibt es eigentlich schon – beschlossen wurde er bereits 2018. Umgesetzt wurde er nie. Nun soll es ernst werden.

Ein Beschluss, der acht Jahre wartete

Im Jahr 2018 hatte der Rat die Einrichtung eines Kommunalen Präventionsrates verabschiedet. Doch der Beschluss blieb folgenlos. Nun greift der aktuelle Rat diesen Auftrag auf und aktualisiert ihn mit einer klaren Struktur, die sich an den Empfehlungen des Landespräventionsrates Niedersachsen orientiert. Eine Präsentation seines Senior-Beraters im Ausschuss für Soziales, Integration, Prävention und Gleichstellung hatte im Januar 2026 gezeigt, unter welchen Voraussetzungen Präventionsarbeit in der Praxis wirksam wird: klare Rollen, verbindliche Steuerungsstrukturen und kontinuierliche Koordination.

Drei Ebenen für wirksame Prävention

Der künftige Präventionsrat Burgdorf wird in drei Ebenen gegliedert. Das strategische Dach bildet weiterhin der Präventionsrat selbst, dem Bürgermeister Armin Pollehn vorsitzt. In ihm vertreten sind neben dem Leiter der Polizeiinspektion Burgdorf auch Vertreterinnen und Vertreter aus Schulen, Amtsgericht, Sportvereinen, Seniorenrat, Religions- und Kulturgemeinschaften sowie zahlreichen sozialen Einrichtungen – darunter AWO-Frauenhaus und -Frauenberatungsstelle, Diakoniestation, Nachbarschaftstreff Ostlandring, Mehrgenerationenhaus und Suchtberatung. Das Gremium tagt in der Regel ein- bis zweimal jährlich und legt die Leitlinien der Präventionsarbeit fest.

Die operative Steuerung übernimmt eine neu eingerichtete Lenkungsgruppe, die viermal jährlich zusammenkommt. Sie koordiniert die Arbeitsgruppen, bereitet Entscheidungen des Präventionsrates vor und berichtet über den Stand der Umsetzung.

Auf der dritten Ebene arbeiten themen- und projektbezogene Arbeitsgruppen — maximal zwei bis drei gleichzeitig. Mögliche Schwerpunkte sind frühe Kindheit und Familie, Schule und Jugend, Integration, Gewalt- und Konfliktprävention sowie Gesundheit und Sucht. Einrichtung und Beendigung der Gruppen erfolgen bedarfsgerecht durch die Lenkungsgruppe.

Die koordinierende Geschäftsführung des gesamten Gremiums liegt bei der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Burgdorf.

Bedarfsanalyse als erster Schritt

Bevor die Arbeitsgruppen ihre Arbeit aufnehmen, soll eine Bedarfsanalyse klären, wo Prävention in Burgdorf am dringlichsten gebraucht wird. Die Analyse stützt sich auf drei Bausteine: Gespräche mit relevanten Akteuren, eine quantitative Auswertung der Polizeilichen Kriminalstatistik sowie eine öffentliche Informations- und Dialogveranstaltung unter dem Titel „Prävention in Burgdorf“.

Der Bürgermeister wurde beauftragt, die neue Struktur umzusetzen und dem zuständigen Ausschuss regelmäßig über den Sachstand zu berichten.

Der Applaus des Rates nach der Abstimmung spiegelte die breite Zustimmung zu einem Projekt wider, das – nach acht Jahren Stillstand – nun endlich in Gang kommen soll. Zuvor hatte der Ausschuss für Soziales, Integration, Prävention und Gleichstellung in seiner Sitzung Anfang März bereits einstimmig sein Votum abgegeben und auch der Verwaltungsausschuss stimmte zu.

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