
Die Stadt Burgdorf plant die Sanierung und Erweiterung der Rathäuser I, II und III als Campuslösung, wie eine Beschlussvorlage der Verwaltung sowie eine begleitende Präsentation vom 2. Dezember 2025 darlegen. Die Vorlage dient der Festlegung einer Leitidee für die zukünftige Entwicklung der kommunalen Verwaltungsgebäude und ist als Beschlussvorlage für die Ratsentscheidung am Donnerstag, 19. März 2026, vorgesehen.
Die drei Rathäuser befinden sich im Eigentum der Stadt und sind stark sanierungsbedürftig. Neben Schäden an der Gebäudesubstanz bestehen vor allem erheblicher Sanierungsbedarf in den Bereichen Brandschutz, Barrierefreiheit und energetischer Standard. Weiterhin soll die Flächeneffizienz optimiert werden. Aktuell sind etwa 250 Mitarbeitende der Rathausverwaltung auf mehrere standortfremde Büroflächen angewiesen, darunter die Gebäude Rathaus IV, Rathaus V, das Schloss sowie eine Nebenstelle in der Schlossstraße.
Im Jahr 2020 wurden erste Machbarkeitsstudien von den Architekten Höhlich und Schmotz vorgelegt. Der Rat fasste daraufhin den Beschluss, die Campuslösung mit der Sanierung und Erweiterung der Rathäuser I bis III zu verfolgen und Interimslösungen sowie umfangreiche Anmietungen möglichst zu vermeiden. Die Sanierung des denkmalgeschützten Rathauses I ist derzeit in Ausführung und soll voraussichtlich im Frühjahr 2027 abgeschlossen sein. Für Rathaus II wurde 2024 ein Sanierungskonzept entwickelt, das eine zeitnahe Brandschutzertüchtigung vorsah, welche mit einer befristeten Baugenehmigung bis Mitte 2028 genehmigt wurde. Rathaus III wurde einer Wirtschaftlichkeitsuntersuchung unterzogen, deren Ergebnisse den politischen Gremien am 3. Dezember 2024 vorgestellt wurden.
Als Ergänzung zu den Rathäusern wurde auch die Nachnutzung der Alten Realschule geprüft. Eine Machbarkeitsstudie für eine dauerhafte Umnutzung zu Wohn-, Verwaltungs- und Schulzwecken wurde am 17. November 2025 vorgestellt. Zudem befindet sich ein Wertgutachten zur Alten Prinzhornschule in Vorbereitung.
Die Verwaltung hat drei Sanierungs- und Entwicklungskonzepte mit wesentlichen Unterschieden ausgearbeitet: Der Status Quo mit Erhalt der getrennten Standorte und weiterhin hohen Anmietungen, die Nachnutzung der Alten Realschule mit Leerstand von Rathaus II und hohen Investitionskosten sowie einen Neubau als Erweiterung von Rathaus III in drei Varianten. Die Neubauvariante bietet ein modernes, zusammenhängendes Verwaltungszentrum mit reduzierten oder wegfallenden Anmietungen. Kosten, Arbeitsplätze und Zeitrahmen variieren bei den Optionen, liegen jedoch auf ähnlichem Niveau. Die Verwaltung empfiehlt eindeutig die Weiterverfolgung des Neubaukorridors als beste Lösung hinsichtlich Qualität und Projektablauf.
Die finanzielle Lage der Stadt Burgdorf ist angespannt, dennoch bestehen aufgrund der Befristung der Betriebserlaubnis für Rathaus II bis Mitte 2028 dringende Investitionsbedarfe. Daher soll zeitnah eine Richtungsentscheidung getroffen werden, um die Sanierungsmaßnahmen zielgerichtet umzusetzen. Die Beratungen sind für den Ausschuss für Umwelt, Stadtentwicklung und Bau am Sonntag, 16. Februar 2026, den Ausschuss für Haushalt, Finanzen und Verwaltungsangelegenheiten am Sonntag, 23. Februar 2026, sowie den Verwaltungsausschuss am Dienstag, 17. März 2026, vorgesehen, bevor der Rat am Donnerstag, 19. März 2026 endgültig darüber entscheiden soll.
Insgesamt sollen Interimslösungen und weitere Anmietungen auf ein notwendiges Minimum beschränkt werden, auch im Hinblick auf die erforderliche Anzahl an Arbeitsplätzen für die Mitarbeitenden. Die gesamte Konzeption sieht vor, die Rathäuser I bis III als BürgerInnen-Campus konzipiert zusammenzuführen und Flächen effizienter zu gestalten, um langfristig Kosten zu reduzieren und moderne Arbeitsbedingungen zu schaffen.
Ausführliche Informationen stehen in den Ratsunterlagen zur Verfügung: Vorlage , Weiteres Vorgehen zur Sanierung der Rathäuser I-III – A-USB 02.12.2025.
