
Neben den großen Standortdebatten (wir berichteten) behandelte der Haushaltsausschuss am heutigen Montag, 9. März 2026, auch mehrere Haushalts- und Verwaltungsthemen. Die Empfehlungen gehen nun an den Stadtrat.
Projektmanagement: Überblick über Kapazitäten soll entstehen
Die Stadtverwaltung führt derzeit ein systematisches Multi-Projektmanagement ein. Patricia-Diana Könecke aus der Abteilung Gebäudewirtschaft der Stadt Burgdorf.und Theo Kauter, Controller der Stadt, stellten dem Ausschuss den aktuellen Stand vor: Auf Basis einer fast fertiggestellten Projektliste sollen alle laufenden Vorhaben mit konkreten Personalressourcen hinterlegt werden – inklusive Abzug von Urlaub, Feiertagen und sonstigen Ausfallzeiten. Das Werkzeug dafür ist die Software Blue Ant. Ziel ist es, Überlastungen frühzeitig zu erkennen und die Haushaltsplanung realistischer zu gestalten. Mittelfristig sollen Projektberichte direkt aus dem System für die Haushaltsplanung 2027/2028 genutzt werden.
Bürgermeister Armin Pollehn (CDU) unterstrich das politische Interesse: „Es ist unser gemeinsames Ziel, keine Haushaltsreste mehr zu produzieren.“ Stadträtin Silke Vierke zeigte sich gespannt, räumte aber ein, dass Erfahrungswerte erst noch gesammelt werden müssten. Könecke gab sich bescheiden: „Es ist noch viel Luft nach oben – aber es ist ein Fortschritt.“
Haushaltssicherung 2024: Ziele deutlich übertroffen
Lars Hammermeister, der Leiter der Finanz- und Steuerabteilung, berichtete über die Ergebnisse der Haushaltssicherungsmaßnahmen für 2024. Geplant war eine globale Minderausgabe von einer Million Euro – tatsächlich konnten 6,8 Millionen Euro eingespart werden. Auch bei den Personalkosten wurde das Ziel übertroffen: Statt der angesetzten 97.200 Euro wurden rund 991.000 Euro weniger ausgegeben. Für 2025 und 2026 bleiben die Maßnahmen zunächst unverändert.
Nachtragshaushalt beschlossen, Stellenplan abgelehnt
Die erste Nachtragshaushaltssatzung 2026 samt Investitionsprogramm bis 2029 wurde bei einer Gegenstimme empfohlen. Der Nachtragsstellenplan 2026 hingegen scheiterte: Bei vier Stimmen dafür und vier dagegen – CDU und WGS stimmten geschlossen dagegen – wurde er abgelehnt. Klaus Köneke (CDU) begründete das mit zu vielen Eventualitäten im Plan und verwies auf einen bemerkenswerten Widerspruch: Während die Zahl der Kitastellen im Bereich Kita in drei Jahren um weniger als zwei Prozent gestiegen sei, hätten die Personalkosten insgesamt um 35 Prozent zugelegt. „Ich erwarte mehr Vorschläge, wo man an den Personalkosten sparen kann“, so Köneke.
