Zeitreise auf zwei und drei Rädern: „Früh übt sich“ eröffnet in der KulturWerkStadt

Gerhard Rickert erklört den Besuchern die Exponate.
Foto: Bastian Kroll

Ein Bobbycar, ein Bonanzarad, ein Hochrad aus dem 19. Jahrhundert und ein Elektro-Kinderauto im Mercedes-Benz-Look – die neue Ausstellung der Radfahrgalerie Burgdorf hält für jeden Besucher irgendetwas bereit, das Erinnerungen weckt. Am heutigen Donnerstagabend, 23. April 2026, wurde „Früh übt sich – Kindermobile aus den vergangenen 100 Jahren“ in der KulturWerkStadt an der Poststraße 2 in Burgdorf eröffnet. Rund 35 Gäste kamen, darunter Burgdorfs Bürgermeister Armin Pollehn, stellvertretende Bürgermeisterin Andrea Buhndorf und Europaabgeordneter Bernd Lange.

VVV-Ehrenvorsitzender Karl-Ludwig Schrader begrüßte die Anwesenden, bevor VVV-Vorsitzender Thomas Lüer das Wort übernahm. Er hob hervor, dass die Ausstellung einen Bogen über mehr als 100 Jahre spanne – und dass die Ausstellungsmacher Heidrun und Gerhard Rickert dabei eine „beeindruckende Mühe und ein bemerkenswertes Engagement“ an den Tag gelegt hätten. „Ich finde es faszinierend, was entstanden ist“, sagte Lüer. Er dankte den Leihgebern sowie den Sponsoren, allen voran der Hannoverschen Volksbank.

Niall Janotta, Filialdirektor der Hannoverschen Volksbank, betonte, dass das Engagement seines Hauses für solche Projekte gern gegeben werde. Er erinnerte daran, dass das erste Sponsoring der Volksbank überhaupt einer Fahrradausstellung gegolten habe. „Da war meine Zustimmung klar“, sagte er.

Pollehn und das Bonanzarad

Burgdorfs Bürgermeister Armin Pollehn ließ sich von den rund 40 Exponaten sichtlich begeistern. „Es ist beeindruckend, was hier zusammengekommen ist – man sieht: Burgdorf ist keine Kleinstadt“, sagte er. Für viele Besucherinnen und Besucher sei die Schau eine Zeitreise, und er selbst bilde dabei keine Ausnahme.

Mit einem Augenzwinkern erzählte er von seiner 1996 geborenen Tochter, die einen Tretroller besessen habe. „Den gab es damals schon – nur ohne Elektroantrieb.“ Zur Expo 2000 seien sie damit vorwärtsgekommen. Beim Bobbycar – „ein Klassiker“ – nickte er ebenso wie beim Bonanzarad: „Ich selbst hatte keins, auch wenn das Lenken schwer fiel – es war super.“

Was den Reiz der Ausstellung ausmache, brachte er so auf den Punkt: Viele Exponate tragen sichtbare Spuren ihrer Nutzung. „Da fragt man sich, wer es mal gefahren ist und was das Rad erlebt hat – das macht den Charme aus.“ Pollehn hob auch die seltenen Stücke hervor: ein Hochrad aus dem Jahr 1895, ein Kinderauto aus dem Jahr 1929 sowie ein Elektro-Kinderauto im Stil eines Mercedes-Benz-Oldtimers – mit Radio. Die Bandbreite reiche von internationaler Vielfalt bis zu Fahrzeugen aus der DDR, von einem amerikanischen Tretauto in Flugzeugoptik bis zu modernen Elektrorollern. „Es wird durch die Ausstellung die Entwicklung deutlich – das ist eine Riesenentwicklung gewesen.“

Hochrad aus dem Heimatmuseum Linderte

Gerhard Rickert führte anschließend in die Ausstellung ein und gab einen ersten Einblick in die Geschichte der Exponate. Das bemerkenswerte Hochrad, das vermutlich aus dem 19. Jahrhundert stammt, wurde im Heimatmuseum Linderte entdeckt und konnte von dort ausgeliehen werden. Über die Anfänge des Kinderfahrrads herrsche bis heute Ungewissheit – in der Literatur gilt das „Peugeot Enfant“ von 1904 als erstes Kinderfahrrad, doch die Unterlagen der Radfahrgalerie enthalten ein Foto aus München, das einen Jungen auf einem Kinderrad von 1895 zeigt. Rickert ließ dabei auch eine persönliche Bemerkung fallen: „Wir hätten auch das Stadtmuseum voll bekommen.“

Ausstellung bis 28. Juni

„Früh übt sich“ ist vom 26. April bis zum 28. Juni 2026 in der KulturWerkStadt, Poststraße 2, zu sehen – sonntags von 14 bis 17 Uhr, der Eintritt ist frei. Gruppenführungen außerhalb der regulären Öffnungszeiten sind möglich; Anmeldungen nimmt der VVV unter der Telefonnummer 05136/1862 entgegen. Veranstalter sind der VVV, der Förderverein Stadtmuseum Burgdorf und die Stadt Burgdorf.

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