Platz am Brandende: Wasserspiel und neue Bäume — Ausschuss empfiehlt Entwurfsplanung einstimmig

So stellen sich die Planer die Neugestaltung des Platzes Am Brandende vor.

Nach einem monatelangen Beteiligungsprozess mit mehr als 730 Teilnehmenden steht fest, was aus dem Platz Am Brandende werden soll: ein ebenerdiges Wasserspiel, drei neue Bäume und Sitzmöbel, die Jung und Alt ansprechen. Der Ausschuss für Wirtschaft, Arbeit, Liegenschaften und Verkehr gab der Planung am heutigen Donnerstag, 11. Juni 2026, einstimmig grünes Licht.

„Der Platz hat Potenzial“ — das sei das Wort gewesen, das im gesamten Beteiligungsprozess immer wieder gefallen sei, berichtete Ines Kruse, Landschaftsarchitektin des Büros Linnea Landschaftsarchitekten aus Hannover, im Ratssaal des Schlosses. Gemeinsam mit Stefanie Riessler vom städtischen Tiefbauamt stellte sie den Entwurf vor, der auf einer breiten Grundlage entstanden ist: Online-Umfrage, Anlieger-Gespräch, öffentliche Platzwerkstatt und ein Aktionstag mit Kindern und Familien. Wie der AltkreisBlitz zuletzt berichtet hatte, ist die Beteiligung inzwischen abgeschlossen.

Herzstück des Entwurfs ist ein kreisrundes Wasserspiel an der Stelle des heutigen Brunnens — ein „Platz im Platz“, wie Kruse es nannte. Bis zu einem Meter hohe Fontänendüsen sollen ebenerdige überfahrbar sein, farbig beleuchtet werden und über ein Kreislaufsystem laufen. Zeitschaltbar und auch als Veranstaltungsfläche nutzbar. Rund ums Wasserspiel sind Sitzelemente geplant: klassische Bänke mit Rückenlehne für ältere Generationen, dazu sogenannte Sitzwürfel, die auch zum Spielen einladen — und bei denen Kruse sich eine Mitmach-Baustelle vorstellen kann, bei der Kinder etwa Mosaikarbeiten gestalten.

Drei neue Bäume — als Bauminseln mit Staudenpflanzungen eingefasst — sollen für Schatten und Abkühlung sorgen. An fünf Hausfassaden sind zusätzliche Bepflanzungen geplant, in Absprache mit den jeweiligen Eigentümern. Befestigungspunkte für Sonnensegel oder Lichterketten sollen die Atmosphäre ergänzen, die sich die Bürgerinnen und Bürger ausdrücklich gewünscht hatten.

Der Pflasterbelag bleibt größtenteils erhalten — ein Kompromiss, der im Beteiligungsprozess kontrovers diskutiert worden war. Entlang der Wegeverbindung von Südwest nach Nordost soll das Natursteinpflaster abgeschliffen werden, um die Barrierefreiheit zu verbessern. Die Fugen bleiben dabei sichtbar. Stefan Auerbach vom Seniorenrat, der gemeinsam mit der AG Barrierefreies Burgdorf in die Planung eingebunden war, zeigte sich zufrieden: Für mobilitätseingeschränkte Personen sei das voraussichtlich akzeptabel, das Gesamtgefühl sei eine Verbesserung.

Björn Sund (SPD) fand die Planung grundsätzlich ansprechend und lobte, dass die Wünsche aus der Beteiligung weitgehend umgesetzt worden seien. Die geplanten kleinen Gärten an den Hausfassaden finde er gut — allerdings nur, wenn sie auch gepflegt würden.

Lutz Wackermann fragte, ob im Zuge der Bauarbeiten auch die unterirdischen Versorgungsleitungen unter dem Platz erneuert werden könnten. Riessler entgegnete, dass man die Leitungsträger zwar darauf hinweisen werde — verpflichten könne man sie jedoch nicht. Der Platz werde ohnehin nur an den Stellen geöffnet, wo neue Elemente wie Bäume oder das Wasserspiel entstehen. Kruse ergänzte, dass die Leitungen überwiegend in der Platzmitte im alten Straßenverlauf lägen und weitgehend unberührt blieben.

Ob das Wasserspiel störanfällig sein werde — Sund verwies auf Probleme am Spittaplatz — beruhigte Kruse mit Verweis auf gute Referenzen in anderen Städten. Riessler nannte Burgwedel mit einem vergleichbaren Fontänenfeld: Kleinere Probleme ließen sich nie ganz ausschließen, größere technische Schwierigkeiten seien dort aber nicht aufgetreten.

Dirk Bierkamp (WGS FreieBurgdorfer) lobte ausdrücklich den Beteiligungsprozess — „vorbildlich“, sagte er —, was dem Ausschuss Applaus entlockte. Auch Cord-Heinrich Schweer (CDU) schloss sich an: Er habe die Platzwerkstatt besucht und erkenne alle damals favorisierten Wünsche im Entwurf wieder. Mario Gawlik (FGB) merkte an, der Platz friste heute eher ein Nischendasein — das solle sich ändern. Bei einem Investitionsvolumen von rund 640.000 Euro müsse man sicherstellen, dass die gesetzten Ziele auch erreicht werden. Die Ergebnisse könnten zudem als Grundlage für die Neugestaltung weiterer Plätze in der Innenstadt dienen.

Danielle Frommelt aus der Verwaltung sprach bei diesem Projekt von einer „Generalprobe für den Spittaplatz“ — das Projekt solle die Attraktivität der Innenstadt messbar verbessern. Petra Fritz, Wirtschaftsförderin der Stadt, ergänzte, das Vorhaben sei Teil des Städtebaulichen Rahmenplans und entfalte seine Wirkung als Ganzes. Claudia Baumgarten (Bündnis 90/Die Grünen) lobte das Konzept ebenfalls.

Klaus Köneke (CDU) unterstützte die Planung vorbehaltlos, äußerte aber Bedenken zu den neuen Bäumen: In den jährlichen Übergangszeiten gebe es mehr Schatten als nötig, und der Schutz der Außengastronomie vor Beschattung sei nicht unwichtig. Den vorhandenen Bestandsbaum im Nordosten des Platzes bezeichnete er als ideal platziert. Ausschussvorsitzender Hartmut Braun (Bündnis 90/Die Grünen) konterte trocken: Man werde dort auch keine Kastanie pflanzen. Er fand den Entwurf ausgewogen — und stellte fest, dass offenbar alle mitgehen.

Tatsächlich: Der Ausschuss empfahl die Weiterführung der Planung einstimmig. Der Verwaltungsausschuss entscheidet am 16. Juni, der Rat am 18. Juni abschließend.

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