Die Märzsitzung des Burgdorfer Rates: Alle Beschlüsse im Überblick

Burgdorfs Bürgermeister Armin Pollehn (CDU)

Rund drei Stunden dauerte die Sitzung des Rates der Stadt Burgdorf am gestrigen Donnerstag, 19. März 2026, im Ratssaal des Schlosses am Spittaplatz. Neben einem bewegenden Personalwechsel standen weitreichende Beschlüsse zu Haushalt, Sportförderung, Rathäusern und mehr auf der Tagesordnung. Ein Überblick über alle Tagesordnungspunkte.

Ein Abschied und ein Wiedersehen

Zu Beginn der Sitzung stand ein emotionaler Moment: Johanna Hattendorf (SPD) verliert ihren Sitz im Rat – sie ist aus Burgdorf fortgezogen. In einer kurzen, bemerkenswert persönlichen Rede sprach sie über ihre Zeit im Rat, über Kommunalpolitik als „Fundament der Demokratie“ und ihren Wunsch, dass auch der nächste Rat junge Menschen anzieht. Der Applaus des gesamten Rates war ihr sicher. Als ihr Nachfolger wurde Rudolf Alker (SPD) verpflichtet, der sich auf „faire Auseinandersetzungen“ freue – und dem Rat bereits bekannt ist. Den ausführlichen Bericht zu diesem Personalwechsel haben wir bereits veröffentlicht.

Einwohnerfragestunde: Süßigkeiten und ein zurückgezogener Antrag

Rund 16 Bürgerinnen und Bürger verfolgten die Sitzung, darunter Bürgermeister a. D. Alfred Baxmann. Für eine kleine Heiterkeit sorgte ein Bürger, der dem Rat Süßigkeiten mitbrachte – alles, worauf „Danke“ stand, habe er heute Morgen eingekauft.

Ein Antrag der WGS FreieBurgdorfer zur Wiedereinführung des Kfz-Kennzeichens „BU“ wurde von der Tagesordnung abgesetzt und in den zuständigen Fachausschuss verwiesen.

Ganztagsanspruch: Burgdorf macht sich bereit

Ab dem Schuljahr 2026/27 gilt der bundesweite Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder. Der Rat beschloss mit 29 Ja-Stimmen bei einer Enthaltung, das dafür nötige Konzept umzusetzen – und geht dabei freiwillig weiter als gesetzlich gefordert. Burgdorf bietet das Angebot für alle vier Grundschuljahrgänge an, obwohl zunächst nur die erste Klasse verpflichtend wäre. Mehr dazu in unserem ausführlichen Artikel: Meilenstein: Burgdorfer Rat beschließt Ganztagsbetreuung mit 29 Ja-Stimmen

Sportvereine: Duschgroschen bleibt – neues Modell kommt

Gleich zwei Abstimmungen betrafen die Sportförderung. Der Antrag der WGS FreieBurgdorfer, die Energiekostenpauschale dauerhaft abzuschaffen, scheiterte mit 25 Gegenstimmen. Stattdessen beschloss der Rat ein neues Gebührenmodell, das Jugendabteilungen besonders berücksichtigt – rückwirkend ab dem 1. Januar 2026. Den ausführlichen Bericht gibt es hier: Es wird teurer: Neues Energiekostenmodell für Sportvereine beschlossen

Grundsatzbeschluss zur BauGB-Novelle:

Einstimmig beschloss der Rat, wie die Stadt Burgdorf künftig mit den neuen Anforderungen des § 36a BauGB – dem sogenannten Bauturbo – umgeht. Der Verwaltungsausschuss hatte die Umsetzung bereits einstimmig empfohlen.

Präventionsrat: Nach acht Jahren wird es ernst

Mit Applaus verabschiedete der Rat einstimmig die Neustrukturierung des Kommunalen Präventionsrates – ein Gremium, das 2018 beschlossen, aber nie umgesetzt wurde. Das neue Konzept sieht drei Ebenen vor und beginnt mit einer Bedarfsanalyse. Alle Details: Burgdorf richtet Präventionsrat ein

Nachtragshaushalt: Knapp 33 Millionen Euro Defizit

Der Nachtragsstellenplan 2026 und der erste Nachtragshaushalt des Jahres wurden beide mit 24 Ja-Stimmen bei fünf Gegenstimmen verabschiedet. Das geplante Defizit liegt bei knapp 33 Millionen Euro – eine Größenordnung, die von der Opposition scharf kritisiert, von der Koalition als unvermeidlich verteidigt wurde. Den ausführlichen Bericht mit allen Redebeiträgen finden Sie hier: Burgdorf mit knapp 33 Millionen Euro Defizit

Altes Feuerwehrhaus Dachtmissen geht an Förderverein

Einstimmig beschloss der Rat, das alte Feuerwehrgerätehaus in Dachtmissen auf den Förderverein Historischer Löschzug der Stadt Burgdorf zu übertragen. Der Verwaltungsausschuss hatte dies bereits einstimmig empfohlen.

Personalien in den Ausschüssen

In gleich vier weiteren Tagesordnungspunkten regelte der Rat Personalfragen in seinen Gremien: Die CDU-Fraktion benannte ein Mitglied im Ausschuss für Soziales, Integration, Prävention und Gleichstellung nach (einstimmig). Der Seniorenrat Burgdorf erhält eine beratende Mitgliedschaft im Ausschuss für Wirtschaft, Arbeit, Liegenschaften und Verkehr (einstimmig). Der Arbeitskreis Barrierefreies Burgdorf bekommt eine beratende Mitgliedschaft im Ausschuss für Soziales (einstimmig). Zudem benannte die CDU ein Mitglied im Verwaltungsausschuss nach (einstimmig).

Kleingärten: Pachtzins steigt in zwei Schritten

Die Pächter der städtischen Kleingartenanlagen „Drei Eichen“ und „Grüne Aue“ zahlen künftig mehr – aber weniger als ursprünglich geplant. Auf Vorschlag der Vereine selbst wurde ein Zwei-Stufen-Modell beschlossen: je zehn Prozent Erhöhung, 2026 und 2029. 28 Ratsmitglieder stimmten zu, einer dagegen. Mehr dazu: Kompromiss mit den Kleingärtnern: Pachtzins steigt in zwei Schritten

Feuerwehrgebühren und Verwaltungskosten angepasst

Die Feuerwehrgebührensatzung wurde turnusmäßig aktualisiert – auf Empfehlung des Feuerwehrausschusses und einstimmiger Zustimmung des Verwaltungsausschusses beschloss der Rat die neuen Gebühren mit 28 Ja-Stimmen. Auch die Verwaltungskostensatzung wurde neu gefasst (27 Ja, 1 Enthaltung). Zudem passte der Rat die Gebühren für die Nutzung der städtischen Obdachlosenunterkünfte einstimmig an.

Rathäuser bleiben in der Innenstadt

In einer der meistdiskutierten Entscheidungen des Abends sprach sich eine klare Mehrheit für die sogenannte Campuslösung aus: Die städtischen Rathäuser sollen langfristig in der Innenstadt verbleiben und zusammengeführt werden. 27 Ratsmitglieder stimmten zu, bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung. Den ausführlichen Bericht finden Sie hier: Historischer Beschluss: Burgdorfs Rathäuser sollen in der Innenstadt bleiben

Winterdienst: Antrag geht in den Ausschuss

Michael Fleischmann (parteilos) hatte beantragt, ein Konzept für den Winterdienst bei extremen Wetterereignissen zu entwickeln – mit Blick auf Kooperationen mit Landwirten und Unternehmen. Bürgermeister Pollehn versicherte, entsprechende Vorbereitungen gebe es bereits. Der Antrag wurde dennoch einstimmig in den Ausschuss für Wirtschaft, Arbeit, Liegenschaften und Verkehr verwiesen.

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